Off Topic: Eiswolken auf Enceladus

Bei seinem nahen Vorbeiflug an Enceladus am 21. November 2009 gelangen dem Saturnorbiter Cassini wunderbare Fotos von den Eisvulkanen an Enceladus' S├╝dpol

Eiswolken am Enceladus Südpol
Eiswolken am Enceladus-Südpol am 21. November 2009 beim Cassini-Überflug in 1600 km Höh. Sie strömen aus dem unter der Eiskruste vermuteten Salzwasserozean aus den "Tigerstreifen" genannten Regionen ins All. Die Tigerstreifen von Enceladus sind wärmer als die Umgebung und von hier hat der unter dem Eis der Oberfläche liegende Ozean eine direkte Verbindung zur Aussenwelt.
Cassini flog am 21. November 2009 in 1600 km Höhe über den Südpol des 505 km durchmessenden Saturnmondes Enceladus durch den Eisvorhang, den die "Tigerstreifen" in der Nähe des Mond-Südpols ins All blasen. Enceladus ist das hellste planetare Objekt im Sonnensystem und seine Oberfläche besteht zu 100% aus reinstem Wassereis.

Man geht davon aus, dass unter der Eiskruste dieses Mondes ein aus flüssigem Salzwasser bestehender Ozean existiert, in dem zumindest prinzipiell Leben nach irdischen Maßstäben existieren könnte. Durch auf Enceladus einwirkende Gezeitenkräfte von Saturn wird dieser Eismond  verformt und mit so Energie versorgt, die die Oberfläche des Mondes zu einer geologisch aktiven Region macht.

In der Nähe des Enceladus-Südpoles gibt es vier tiefe Schluchten (Damascus Sulcus, Bagdad Sulcus, Kairo Sulcus, Alexandria Sulcus) von je mindestens 300m Tiefe, "Tigerstreifen" genannt, die viel wärmer als die Umgebung sind (90°K gegenüber 70°K), und aus denen Eisgeysire unter der Oberfläche befindliches Wasser ins All blasen. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Aktivitäten auf Enceladus die Saturnringe mit Material versorgen und für einen Großteil des E-Ringes von Saturn verantwortlich sind.

Cassini flog bereits mehrmals über diese Region durch die Eiswolken hindurch, um genauere Daten für eine Analyse zu bekommen. Die geringste Überflughöhe war 50 km im August 2008 ! Dieses mal waren es 1600 km und es gelangen die spektakulären Bilder auf dieser Seite.
 
Saturnmond Enceladus mit seiner Südpolregion im unteren Bildteil. Die vier grünlich gefärbten Schluchten heben sich deutlich von ihrer Umgebung ab. Es sind dies von links: Alexandria Sulcus, Kairo Sulcus, Bagdad Sulcus, Damaskus Sulcus. Diese Schluchten sind Eisgeysire, aus denen das Eismaterial für den Saturn E-Ring ins All strömt. Man beachte, dass die Oberfläche von Enceladus deutlich jünger als 1000 Jahre ist, da es gerade in der Südpolregion keine Krater gibt.

Cassini flog bereits mehrfach in niedriger Höhe über Enceladus hinweg. Dabei gelangen hochaufgelöste Bilder dieser geogolisch aktiven Region bis hin zu wenigen cm Auflösung. Das Bild links zeigt einen mit einer rotgrün-Brille dreidimensinal dargestellte Region an den "Tigerstreifen" des Enceladus Südpols. Das rechte Bild zeigt einen hochaufgelösten Ausschnitt dieser Region. Die Schluchten an dieser Stelle sind bis zu 300 m tief. Die gesamte Oberfläche des Mondes besteht aus reinem Wassereis.

Gletscher auf Enceladus
3D-Ansicht eines der "Tigerstreifen" aus etwa 1600 km Höhe. Aus dieser und drei gleichartigen Schluchten strömt Wassereis ins Weltall. Auf den Hängen der großen Schlucht sind einzelne Eisfelsen sichtbar. Oben: Gletscher auf Enceladus in der Nähe der Tigerstreifen in hoher Auflösung. Die gesamte Oberfläche des Saturnmondes Enceladus besteht aus Wassereis.
Unten: Eisgeysire aus den vier Sulci im Gegenlicht. Von links nach rechts: Damaskus Sulcus, Bagdad Sulcus, Kairo Sulcus, Alexandria Sulcus. Fantastisch !
Eismond Enceladus
Eismond Enceladus. Einer der "Tigerstreifen" aufgenommen beim Überflug am 21. November 2009. Die Schlucht ist mehr als 300 m tief und aus ihr strömt aus Eisgeysiren reinstes Wassereis in den Weltraum, was den E-Ring um Saturn mit Material beliefert (Bild des Benutzers Astro0 bei UMSF).


Quelle
http://saturn.jpl.nasa.gov/index.cfm

Wichtige Hyperlinks
http://www.br-online.de/wi....xml
http://de.wikipedia.org/wi....org/wiki/Enceladus_(Mond)

Veröffentlicht am:
17:05:35 21.11.2009 von Udo Günther