Pink Cliffs Bohrung

Zu Beginn des Jahres 2015 befand sich Marsrover Curiosity immer noch im Bereich "Pahrump Hills" im westlichen Grundgesteinsbereich des Aeolis Mons und untersuchte die Gesteinsformationen in diesem Gebiet hinsichtlich der Einwirkungen von Wasser bei der Entstehung des Aeolis Mons.

Nach der Analyse des Gebietes um den "Whale Rock" war Curiosity an Sol 868 (14. Januar 2015) wieder zu den "Pink Cliffs" zurückgefahren, um hier erneut eine Bohrung auszuführen. Die letzte Bohrung hatte schon im September 2014 bei den Pahrump Hills stattgefunden ("Confidence Hills"). Davor war seinerzeit der letze Bohrversuch bei "Bonanza King" im August 2014 gescheitert.
 
Pahrump Hills
Abb. 1: Strukturen bei den Pahrump Hills.

Das Bohrgebiet namens "Mojawe" war ausgewählt worden, weil es an dieser Stelle kristalline Einbettungen in das Grundgestein gab, die am Boden des ursprunglichen Sees an dieser Stelle beim Verdunsten des Wassers in das Gestein eingebunden wurden. Wie bereits vorher festgestellt worden war, ist der Aeolis Mons der Sandsteinüberrest eines Jahrmillionen alten Sees, in dem über lange Zeiträume hinweg die Bodenstrukturen in wasserhaltigeren und wasserärmeren Zeiten schichtweise aufgebaut wurden.

Die Bohrung Mohave sollte die hellen Einbettungen in einer Felsplatte untersuchen. Es ging allerdings schief, da die angebohrte Gesteinsplatte während des Bohrvorganges beim Einsatz des Schlagbohrers zerbrach.
 
Sol 868 Bohrung "Mojave"
Abb. 2: Das Bohrgebiet "Mojave" bei den "Pink Cliffs". Die angebohrte Gesteinsplatte zerbrach unter den Schwingungen des Schlagbohrers.
Sol 868 Mahli
Abb. 3. Das Bohrloch "Mojave" in einer Annäherungssequenz der Mahli-Kamera, die am Kopf des Instrumentenarms angebracht ist
Mojave
Abb. 3: Bohrgebiet "Mojave" in einer Übersichtsdarstellung
Sol 867 Bohrloch "Mojave"
Abb. 4: Das Bohrloch "Mojave" in einer Nahaufnahme der Mahli-Kamera am Instrumentenarm

Das an das Tageslicht geförderte Bruchgestein war allerdings hochinteressant. Es befanden sich hellere Einbettungen im Gestein, die bisher nicht dem Tageslicht ausgesetzt waren und somit zum ersten Mal die Analyse von Ursprungsmaterial der Basis des Aeolis Mons ermöglichte, die nicht den Verwitterungsprozessen auf der Marsoberfläch ausgesetzt war.

Wenn man die verunglückte Bohrung bei Bonanza King außer Acht lässt war dies die fünfte Bohrung nach der dritten Bohrung bei "Cumberland", die bereits im Juni 2013 stattgefunden hatte und die Bohrung "Windjana" bei "Mt. Remarkable" im Juni 2014.

An Sol 868, dem 14. Januar 2015, machte Curiosity darüberhinaus ein neues Selbstbildnis durch Einsatz der MAHLI-Kamera an der Spitze des Instrumentenarms. Aus 65 Bildern entstand zusammengesetzt dieses Bild:
 
Sol 868 Selfie
Abb. 5: Selbstbilddnis des Rovers an Sol 868 (14. Januar 2015) bei "Pink Cliffs" (im Bild unten links) im Gebiet der Pahrump Hills am Fusse des Aeolis Mons. In der Vergrößerung (Klicken auf das Bild) sind  sich viele Details des Rovers erkennbar. Curiosity befindet sich wahrlich auf einer fremden Welt ...

Mitte Januar 2015 begann die Prozedur für einen Update der Flugsoftware des Rovers. Dadurch waren die Aktivitäten von Curiosity bis in die letzte Januarwoche 2015 hinein stark eingeschränkt. Nach der bereits zweiten unvollständigen Bohrung mit Zersplitterung des Bohruntergrundes sollte der Rover in die Lage versetzt werden, eine unvorhergesehene Lageveränderung des Bohrgestänges bei einem solchen Vorgang selbständig erkennen und die Bohrung abbrechen zu können. Durch die starke mechanische Belastung während eines Abrutschen des Bohrgestänges auf den empfindlichen Instrumentenarm sollte dieser besser geschützt werden. Die neue version der Flugsoftware enthielt außerdem Verbesserungen für die autonome Navigation des Rovers.

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