Bohrung bei Mt. Remarkable

Nach der 45m-Fahrt an Sol 606 entlang der Südkante von Kimberley gelangte Curiosity nach einer weiteren kurzen Fahrt von 6m an Sol 609, dem 23. April 2014, an die südliche Felsenabbruchkante von Kimberley. Hier sollte die lange geplante Bohrung vorgenommen werden.

Die folgenden Bilder sind aus dieser Missionsphase.
 
Wegstrecke bis Sol 608
Abb. 1: zurückgelegte Wegstrecke bei Kimberley bis Sol 608, dem 22. April 2014. Die Bohrung wird direkt am Fuß von Mt. Remarkable vorgenommen werden.
Phobos an Sol 606
Abb. 2: Aufnahme des Marsmondes Phobos an Sol 606. Der Mond zieht in weniger als 6000 km Enfernung über die Marsoberfläche dahin. Seine Umlaufperiode ist 7h 39m und er ist rechtsläufig, d.h. geht im Westen auf und im Osten unter.
Sol 606
Abb. 2: direkt vorausliegende Felsenabbruchkante am Fuß von Mt. Remarkable an Sol 606, dem 20. April 2014. In der Bildmitte vorne an der Kante liegt das Bohrgebiet. Es ist im Bild entsprechend markiert.
Sol 608
Abb. 3: Das sich rechts an die Abb.2 unmittelbar anschliessende Gelände, aufgenommen an Sol 608. Am nächsten Sol 609 erfolgte eine 6 m-Fahrt bis direkt an die Kante, um den Instrumentenarm in Reichweite des Bohrgebietes zu bringen.

Mit der Fahrt an Sol 609 (23. April 2014) war die Phase des Fahrens zunächst vorbei. Für die Vorbereitung und Durchführung der Bohrung waren mehrere Sols eingeplant: MAHLI-Aufnahmen, APXS-Integration, jeweils vor und nach der Reinigung mit dem RAT sowie eine oder mehrere Bohrungen in der Zielregion. Dies kann durchaus mehrere Wochen dauern.Hier noch einmal das markierte Zielgebiet:
 
Bohrgrund bei Mt. Remarable
Abb. 4: Das Bohrgelände bei Mt. Remarkable (QuelleNASA / JPL / MSSS / Emily Lakdawalla)
Selbstbildnis Sol 613
Abb. 5: Ein neues Selbstbildnis von Curiosity an der Bohrstelle "Windjana" am Südrand von Kimberley. Es wurde an Sol 613 (27. April 2014) mit der am Instrumentenarm befestigten MAHLI-Kamera aufgenommen. Durch die Art der Aufnahme ist der Instrumentenarm selbst nicht sichtbar. Das Aufnahmedatum entspricht dem 08. Mai 32 auf dem Mars nach dieser Datumskonvention. Es gab bereits ähnliche "Selfies" an Sol 177 bei "John Klein" (03. Februar 2013 / 29. September 32) und Sol 84 in der "Yellowknife Bay". Man sieht besonders gut in der Vergrößerung am linken Bildrand etwa in der Bildmitte den freigebürsteten ovalen  Bereich, in dem die Bohrung stattfinden wird. 
Sol 613 Phobos Sol 613 Phobosuntergang
Abb. 6: Phobos am Abendhimmel des Sol 613, dem 27. April 2014. Die Animation rechts zeigt den Untergang des Marsmondes, der im Osten (!) stattfindet. Phobos läuft retrograd um den Mars herum. Aufgrund der längeren Belichtungszeit und der schnellen Bewegung von Phobos ist seine Spur verwischt. Die Sequenz startet um 18:26:05 Uhr lokaler Zeit und umfasst 9 Minuten bis 18:35:34 Uhr lokaler Zeit.  Sonnenuntergang an diesem Sol 613 war um 17:53 Uhr, d.h. die Bilder sind etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang aufgenommen worden.

An Sol 615 (29. April 2014) wurde endlich gebohrt. Man machte zunächst genau wie seinerzeit bei John Klein zunächst eine kleine Testbohrung, um den Untergrund zu testen und um sicherzustellen, dass das Bohrgestänge ordnungsgemäß funktioniert. Ein möglicherweise festsitzender Bohrmeißel könnte den ganzen Instrumentenarm aufgrund der bei der Bohrung auftretenden starken Kräfte ernsthaft beschädigen..
 
Sol 615 Testbohrung
Abb. 7: Aufnahme nach Ende der Testbohrung mit der MAHLI-Kamera. Es hat alles geklappt !
Sol 615 Bohrung HazCam Sol 615 Bohrgebiet
Abb. 8a,b: Durchführung der Testbohrung aus Sicht der vorderen HazCam. Rechts das Bohrgebiet "Wndjana" vor dem Ansatz des Bohrers, nachdem es from RAT freigebürstet worden ist.
ChemCam Sol 615 Testbohrung
Abb 9a,b: Links Windjana vor der Bohrung. Man sieht die Einschußlöcher des ChemCam-Lasers im Bohrgebiet. Rechts das (Test-)Bohrloch nach erfolgreicher Arbeit des Drillbohrers.
Sol 615
Abb. 10: Blick an Sol 615 auf das Testbohrloch von der Mastkamera aus gesehen.
Sol 615 HazCam
Abb. 11: Der Blick auf die Bohrung von der rechten HazCam aus offenbart ein besonderes Detail: durch die Vibrationen des Bohrhammers ist ein Stück der sandigen Kante von Kimberley abgerutscht. Die gesamte Testbohrung dauerte von 12:36:13 Uhr - 13:00:20 Uhr lokaler Marszeit an Sol 615.

Am 6. Mai 2014, dem Sol 621 von Curiosity auf dem Mars, war es dann soweit. DIe eigentliche Bohrung auf Kimberley wurde durchgeführt. Es wurde ein 6.5 cm tiefes Loch gebohrt, und der dabei anfallende Bohrauswurf für weitergehende Analysen im bordeigenen Labor vorbereitet:
 
Sol 621 Bohrung Sol 621 Bohrloch
Abb. 12: Bohrung an Sol 621 aus der Sicht der vorderen Hazcam (links) und das Ergebnis: ein 6.5 cm tiefes Loch direkt neben der Probebohrung.

Die weitere Analyse des Bohrmehls wird mehrere Sols in Anpruch nehmen. Das das Analysenlabor SAM der größte Stromverbraucher an Bord des Rovers ist, wird während dieser Zeit der Rover stillstehen und keine weiteren Aktionen ausführen können. Hier einige Aufnahmen aus der Analysenzeit:
 
Sol 628 MAHLI Sol 628 MAHLI
Abb. 13: Zwei Fotos vom Einsatz der MAHLI-Kamera am Bohrloch von Sol 628 (13. Mai 2014). Links ein Blick auf den Boden der 6.5 cm tiefen Bohrung, rechts das Bohrloch mit den seitlichen Einschußlöchern des ChemCam-Lasers. Die Fotos sind im Licht der MAHLI-eigenen Leuchtdioden aufgenommen, die die Szenerie beleuchten.
Sol 630 NavCam
Abb. 14: An Sol 630, dem 15. Mai 2014, verließ Curiosity das Bohrloch und machte sich auf die weitere Reise. Hier der Blick über den Instrumentensatz am Instrumentenarm auf die Spuren, die bei der Ankunft von Curiosiy vor über drei Wochen erzeugt worden sind.

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