Sandfalle Dingo Gap ?

Curiosity erreichte den Felsdurchgang Dingo Gap an seinem Sol 528 auf der Oberfläche des Mars, dem 30. Januar 2014, siehe vorhergehende Seite. Offenbar waren die Verantwortlichen entschlossen, den Weg über die quer voraus liegende Sanddüne zu nehmen, um die Räder des Rovers zu schonen. In dieser Region lagen links und rechts von diesem natürlichen Felsdurchgang viele spitze Felsbrocken, die die Räder des Rovers bereits nach nur 4 km auf der Oberfläche des Mars beschädigt hatten.
 
Wegstrecke bis Sol 529
Abb. 1: Wegstrecke bis Sol 529, dem 31. Januar 2014 (Quelle: Phil Stooke von UMSF).

Die Fahrt über die Düne wurde vorsichtig angegangen. Zunächst wurden unmittelbar vor der Düne Panoramafotos des dahinter liegenden Gebietes aufgenommen und die Konsistenz des Sandes mit den Rädern auf einer Roverseite geprüft. Curiosity fuhr an Sol 528 mit dem rechten Fahrgestell auf den Rand der Düne und testete die Bodenbeschaffenheit.
 
Sol 528
Abb. 2: Blick über die Düne an Sol 528 (30. Januar 2014) in Fahrtrichtung Westen. Sobald die Düne überwunden ist, wird der Weg durch das kleine vorausliegende Tal führen. Das JPL muß dabei sicherstellen, dass die etwa 1.50 m hohen Felsenklippen auf beiden Seiten nicht die High Gain Parabolantenne des Rovers abschatten und damit die Erdkommunikation beeinträchtigen. 
Sol 528
Abb. 3: Abdruck des rechten Vorderrades auf der Dingo Gap Düne.  Fotos dieser Art dienen zur Überprüfung der Konsistenz des Sandes. Sieht ähnlich wie Talkumpuder aus und hat damit starke Ähnlichkeit mit der Purgatory-Düne, in der sich im Juni 2005 Opportunity in der Meridianiebene festgefahren hatte.  Hoffentlich ist dies kein schlechtes Ohmen ....

Es wurden wie auch schon in den vorangegangenen Sols die Räder von der Unterseite des Rovers aus mit der am Instrumentenarm befestigten MAHLI-Kamera überprüft. Diesmal allerdings nicht, um nach neuen Beschädigungen der Laufflächen zu suchen, sondern um die Auflage der Räder auf dem sandigen Untergrund zu überprüfen.
 
Sol 529 MAHLI
Abb. 4: Überprüfung der Räder an Sol 529 (31. Januar 2014). Curiosity steht lediglich mit den rechten Rädern auf der Düne (linkes Bild) und testet die Beschaffenheit des Sandes.
Abb. 5: Die Rückwärts-Rangierfahrt an Sol 528 hinauf auf die Dingo Gap Düne aus Sicht der vorderen Hazard Avoidance Kamera als Animation. Man sieht gegen Ende der Sequenz, dass die Roverfahrer das rechte Vorderrad ganz bewußt haben durchdrehen lassen, um die Festigkeit des Sandes testen zu können. Das Rad dreht sich vorwärts ohne dass die anderen Räder sich mitdrehen und wühlt sich dadurch etwas in die Düne hinein.
Sol 529 Dingo Gap Südhang
Abb. 6: Südhang der Dingo Gap an Sol 529. Der Hang ist voll mit geschichteten Strukturen, ein Paradies für Geologen. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn Curiosity hier noch etwas verweilen würde ...

Anfang Februar 2014 kam die Bestätigung des Missionsmitarbeiters Ken Herkenhoff (siehe hier), dass Curiosity tatsächlich über die Düne fahren würde. Dies solle ab Sol 533 geschehen, dem 4. Februar 2014. Vorher würde noch einige Sols lang der Untergrund eingehend analysiert und dazu der Rover ein bisschen vor- und zurückrangiert. Sollten dabei keine Anzeichen für irgendwelche Probleme auftauchen, werde die Fahrt definitv stattfinden.

An Sol 529 machte Curiosity astronomische Aufnahmen kurz nach Sonnenuntergang und fotografierte die Erde. Hier das entsprechende Bild der MastCamera, aufgearbeitet von den Fans bei UMSF:
 
Sol 529 Erde am Marshimmel
Abb. 7: Aufnahme an Sol 529 um 18:27 Uhr lokaler Marszeit kurz nach Sonnenuntergang in Richtung westlicher Horizont. Über dem Randgebirge des Gale-Kraters ist noch das abendliche Zwielicht sichtbar und es stehen einige Sterne am Himmel (siehe vergrößerte Aufnahme beim Klicken auf das Bild). Die Erde steht näher an der Sonne als der Mars und ist daher auf dem Mars ein Abendstern, ähnlich wie die Venus am abendlichen Himmel der Erde immer in Sonnennähe steht (Quelle: Benutzer paraisosdelsistemasolar bei UMSF).
Mond und Erde
Abb. 8: Bei entsprechender Bildbearbeitung und -vergrößerung, sowie etwas gutem Willen bei der Interpretation ist sogar der Mond auf dem Bild sichtbar. Links der Output eines Astronomieprogrammes, rechts die starke Abschnittsvergrößerung der Aufnahme 7 (Quelle: Benutzer paraisosdelsistemasolar bei UMSF).
HiRISE-Aufnahme der Dingo Gap
Abb. 9: HiRISE-Aufnahme der Dingo Gap vom 4. Juli 2012. Zu der Zeit war Curiosity noch nicht auf dem Mars. Das Foto macht die Hochauflösungskamera an Bord von Mars Reconnaissance Orbiter aus einer Höhe von 279 km mit einer Auflösung von 25 cm/Pixel um 13:31 Uhr lokaler Marszeit. In der Originalaufnahme sind Objekte bis zu einem Durchmesser von 85 cm sichtbar.


 zurück zu "Dingo Gap" zurück zu MSL Übersichtweiter zu "Sandfahrt"