Aufbruch zu Waypoint 3

Der Softwarecrash wegen eines fehlerhaften Software-Updates war an Curiositys Sol 453, dem 14. November 2013 überwunden und der Rover machte sich unverzüglich auf zum nur etwa 500 m entfernt liegenden Waypoint 3. Bis zum 16. November 2013 legte Curiosity so etwa 240 m in Richtung auf Waypoint 3 zurück, bevor während der Fahrt des 16. November 2013 (Sol 455) ein Problem mit der Elektrik den Rover wieder zum Stillstand brachte (marspages.eu berichtete).

Offenbar gab es ein Problem mit einem schleichenden Kurzschluß, der dafür sorgte, dass die Potentialdifferenz zwischen dem Strombus des Rovers und seinem Gehäuse von ursprünglich 16 V auf nur noch 4 V sank. Dies bedeutete, es floß ein unkontrollierter Strom zwischen Stromquelle und irgendeinem Teil von Curiositys Gehäuse, der nichts Gutes erahnen ließ.

Zunächst einmal beeinträchtigte dieser "weiche" Kurzschluß die Funktionen des Rovers nicht merkbar. Allerdings belastete der Stromfluß die Batterien und den gesamten Energiehaushalt Curiositys in nicht planbarer Art und Weise. Außerdem waren vermutlich deswegen Probleme an einigen Rädern aufgetreten, die sich nicht mehr korrekt während der letzten Fahrt an Sol 455 mitgedreht hatten.

Die aktuell zurückgelegte Wegstrecke bis zum Elektrikproblem des Sol 455 sieht so aus:
 
Wegstrecke bis Sol 455
Abb. 1: von Curiosity zurückgelegte Wegstrecke bis Sol 455 (Quelle: Phil Stooke von UMSF).

Das letzte Bild der Mastkamera an Bord des Rovers zeigt die vorausliegende Senke, an dessen nordwestlichen Rand der Rover an Sol 455 gelangt war:
 
MastCam-Blicj an Sol 455
Abb. 2: Blick an Sol 455 auf die unmittelbar voraus liegende kleine Senke in Richtung Südwesten.

Das Elektrikproblem legte Curiosity bis Sol 465 lahm. Die eigehenden Untersuchungen brachten keine plausible Ursache zutage. Letztendlich führte man es auf eine Fluktuation in der Plutoniumbatterie des Rovers zurück, da man ähnliche Effekte auch schon bei anderen Raumsonden, die mit einem baugleichen RTG bestückt waren, beobachtet hatte. Am 25. November 2013 waren die Spannungsabweichungen auch wieder verschwunden und der Rover setzte seine Fahrt mit einer an Sol 465 zurückgelegten Wegstrecke von 53 m fort. Am 01. Dezember 2013 (Sol 470) wurde nach den amerikanischen Thanksgiving-Wochendende erneut eine Wegstrecke von knapp 81 m zurückgelegt.
 
Panorama Sol 467
Abb. 3: Panorama von Sol 467 (29. November 2013) nach Wiederaufnahme des Regelbetriebes von Curiosity. Hochaufgelöstes Panorama in südwestlicher Richtung. Die nachfolgenden Bilder sind Ausschnitte aus diesem Farbpanorama des zukünftigen Zielgebietes.
Sol 467 Panorama
Abb. 4: Ausschnitt aus einem Panorama von Sol 467 nach Wiederaufnahme des Regelbetriebes von Curiosity. Es zeigt die weit im Südwesten stehende Flanke von Aeolis Mons etwa in dem Bereich, in dem der Rover in das Berginnere fahren soll.
Sol 467 Panorama
Abb. 5: ein anderer Ausschnitt desselben Panoramas von Sol 467. Eine fantastische Landschaft am Fuße von Aeolis Mons.
Sol 467
Abb. 6: Blick von Curiositys Standort in Richtung Süden auf die dem Berg vorgelagerten dunklen Sanddünenbereiche.
Sol 467 Panoramaausschnitt
Abb. 7: Ausschnitt aus dem mittleren Bereich der Abbildung 3 auf dieser Seite.  Etwas links von der Mitte am oberen Rand der Bergkette ist eine kleine Pyramide zu sehen. Der Hügel davor hat die Inschrift ("V 29"). Sieht so aus, als ob uns die Marsianer etwas sagen wollen ...
Sol 467 Panoramaausschnitt
Abb. 8: Der interessante Bereich aus Abbildung 7 noch einmal etwas weiter vergrößert. Deutlich ist hier "N29" oder "V29" auf der vorgelagerten Bergkuppe zu  lesen. Der Mensch sieht, was er sehen will ...

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