Darwin

Mitte September 2013 erreichte Curiosity seine erste Wegemarke namens "Darwin" auf dem Weg nach Südwesten hin zur Basis von Aeolis Mons. Darwin war eine kleine Senke mit freiliegenden Felsschichten an ihren Rändern, die für eine genauere Untersuchung in Frage kamen. Der 12. September 2013 entsprach dem 42. Januar 32 auf dem Mars, wobei der marsianische Monat Januar 61 Sols hat (marsianische Datumskonvention siehe hier).

Hier die Wegestrecke der letzten paar Sols:
 
Wegstrecke bis Sol 392
Abb. 1: Wegstrecke des Rovers bis einschließlich Sol 392, dem 12. September 2013 (Quelle: Phil Stooke von UMSF).

Dies war der erste planmäßige Halt auf der Südfahrt. Hier einige Impressionen von Darwin:
 
Darwin an Sol 387
Abb. 2: Ankunft bei Darwin an Sol 387 (7. September 2013 auf Terra, 37. Januar 32 auf dem Mars). Curiosity hat den ersten Wegpunkt namens "Darwin" erreicht. Es handelt sich um das erste grüne Dreieck auf der Übersichtkarte der Abb. 1 oben auf der vorherigen Seite. Der Blick geht von einer leicht erhöhten Position auf eine kleine in Richtung Südwesten liegende Senke.
Sol 389 Nordpanorama
Abb. 3: bearbeitetes Panoramafoto von Sol 389. Es zeigt sehr eindrucksvoll das nördliche Randgebirge des Gale-Kraterrandes.
Sol 389 Ostpanorama
Abb. 4: bearbeitetes Panoramafoto des östlichen Kraterrandes von Gale von Sol 389. Hier beginnt die aufsteigende Flanke des Aeolis Mons, des Zentralberges im Gale Krater.
Darwin Sol 390
Abb. 5: Bis Sol 390 (10.09.2013 auf Terra, 40.01.32 auf Mars) war der Rover an die interessantesten Bodenschichten von Darwin herangekommen und es bot sich der Mastkamera dieses Bild.
MAHLI Sol 390 MAHLI Sol 392
Abb. 6: Zwei Aufnahmen der am Instrumentenarm angebrachten MAHLI-Kamera von den Sols 390 (links) und 392 (rechts). Sie zeigen das Gelände in Richtung der weiteren Fahrstrecke.
Sol 392 NavCam
Abb. 7: Blick zurück auf die eigenen Fahrspuren an Sol 392. Der Blick geht über das Heck von Curiosity mit der Plutoniumbatterie und den aufgestellten Kühlrippen. Links das dosenförmige Objekt ist die UHF-Antenne für die Kommunikation mit den Orbitern, rechts das sechseckige Gerät ist die High-Gain Antenne für die direkte Erdkommunikation. Sie muß immer auf die Erde ausgerichtet sein und erlaubt eine High-Speed-Datenübertragung. Das kleine stabförmige Objekt dahinter ist die Low-Gain Antenne mit einer sehr viel geringeren Datenrate. Sie strahlt aber kugelförmig ab und muß nicht auf die Erde ausgerichtet werden. Darüber werden Telemetriedaten in einem permanenten Datenstrom übermittelt.
Sol 392 Darwin
Abb. 8: Der Felsenaufbruch "Darwin" ganz aus der Nähe an Sol 392. Hier wurde das volle Analysenprogramm ausgeführt.
Sol 393 Nachthimmel
Abb. 9: ... und nebenher beschäftigte sich Curiosity mit der Erforschung der Bahnen der beiden Marsmonde Phobos (unten, aufgrund der längeren Belichtungszeit verwaschen) und Deimos (oben links). Rechts oben ist außerdem noch Jupiter zu sehen vor dem prächtigen Sternenhintergrund der Marsnacht. Die beiden Bilder wurden aufgenommen um 22:00:04 Uhr und 22:00:51 Uhr am Abend von Sol 393 in Richtung Osten (84.60°) in einer Höhe von 63.68° über dem Horizont.
Sol 392 Phobos und Deimos
Abb. 10: So sieht die Bewegung von Phobos (vorn) und Deimos (hinten) aus Sicht von Curiositys hochauflösender Mastkamera aus, wenn alle Parameter stimmen - Fantastisch ! Animation der Bilder vom Abend des Sol 393.

Sol 393 Moon Shadow
Abb. 11: Kurz vorher, um 21:58 Uhr, war Phobos gerade erst aus dem planetaren Schatten des Mars hervorgetreten.
Die nebenstehenden Nachtaufnahmen dienen nicht nur zur genauen Bestimmung der Bahnen von Phobos und Deimos, sondern sind auch eine Fingerübung für den bevorstehenden Versuch, den ins innere Sonnensystem ziehenden Kometen ISON zu fotografieren.

Wie marspages.eu bereits an anderer Stelle berichtet hat, befindet sich der Komet C/2012S1, auch ISON genannt, auf seiner hyperbolischen Bahn aus der Oort-Wolke hin zur Sonne. Er wird Sol Anfang Dezember 2013 in allernächster Nähe umkreisen und, sofern er nicht an der Sonne verdampft, wieder in den Weiten des Weltalls verschwinden.

Auf seinem Weg zur Sonne fliegt ISON Anfang Oktober 2013 in nur etwa 11 Mio km am Mars vorbei, viel näher, als er jemals der Erde kommen wird. Dabei soll der Versuch unternommen werden, die eigentlich nicht für astronomische Aufnahmen geeigneten Kameras der auf dem Mars operierenden Rover und auch der Orbiter zum Fotografieren des Kometen zu benutzen. Die hier und auch in den vergangenen Sols gemachten Nachtaufnahmen sollen den Operateuren ein Gefühl dafür geben, unter welchen Bedingungen ISON optimal aufs Bild gebannt werden kann.

Ein erster Versuch am 20. August 2013 durch den Orbiter Mars Reconnaissance Orbiter hat leider nicht funktioniert. Es bleibt zu hoffen, dass ISON Ende September 2013 so hell sein wird, dass die Kameras an Bord von Curiosity oder Opportunity mehr Erfolg haben werden. Erste Versuche haben bereits stattgefunden (marspages.eu berichtete ebenfalls), aber bisher ist der Komet noch nicht vom Mars aus erfolgreich fotografiert worden.

Es gab weitere Versuche, die optimalen fotografischen Bedingungen für die Aufnahme von ISON herauszufinden. Hier von Sol 397 (17. September 2013) mit der Mastkamera:
 
Sol 397 rechte Mastkamera Sol 397 rechte Mastkamera, Differenzbild
Abb. 12: Sol 397, 20:59:12 und 21:01:27 Uhr lokaler Marszeit der Versuch, einige helle Sterne (Sirius und die Andromeda Galaxis ?) mit der rechten Mastkamera zu fotografieren. Das linke Bild ist die Animation aus beiden Bildern, rechts ist das Differenzenbild abgebildet. Die Aufnahmerichtung ist 150.04° / 45.08°, also SSO. In den hochaufgelösten Aufnahmen (Klicken auf die Bilder) ist im linken oberen Viertel des Bildes eine schwache Lichtspur zu erkennen.
Sol 397 linke Mastkamera Sol 397, linke Mastkamera
Abb. 13: Ein anderer Versuch mit der linken Mastkamera in Richtung  154.03° / 45.25° um 20:59:23 bzw. 21:01:27 Uhr lokaler Marszeit. Links die Animation aus beiden Bildern, rechts das Differenzenbild. Hier ist ein hellerer und ein dunklerer Stern streifenförmig im rechten oberen Bildviertel sichtbar.

Die eigentlichen Hauptaufgaben für Curiosity gingen dagegen planmäßig weiter. Hier einige Aufnahmen von Sol 395 vom "Darwin"-Gebiet:
 
Sol 395 Darwin
Abb. 14: Panorama in Richtung Süden von Sol 395. Zu sehen ist das Gebiet "Darwin", eine kleine Senke, und der dahinterliegende Wall auf der anderen Seite. Ganz im Hintergrund sind die dem Fuße von Aeolis Mons vorgelagerten Dünenfelder zu sehen.
Sol 395 Panorama-Ausschnitt
Abb. 15: Ausschnitt aus der rechten Seite des obigen Panoramas der Abb. 14. In dieses etwa 100 m entfernte Felsgebiet sollte Curiosity besser nicht hineingeraten ...
Sol 395 Panorama-Ausschnitt
Abb. 16: Der Blick genau nach Süden, der zentrale Bereich der obigen Abb. 14 als vergrößerter Abschnitt. Dies ist das Zentrum der Senke "Darwin".
Sol 399 Armaktivitäten
Abb. 17: Ein Eindruck von den Arbeiten mit dem Instrumentenarm am Nachmittag des Sol 399 (19. September 2013). Besonders am abendlichen Himmel des letzten Bildes sieht man ganz deutlich Wolken am Himmel. Ein Zeichen für die erheblichen Windströmungen in der oberen Atmosphäre, die mit Einbruch des Marswinters auf der Südhalbkugel die Atmosphäre von Nord nach Süd verlagern.
Sol 400 Mahli
Abb. 18: Hier das Ergebnis der obigen Aktivitäten: eine MAHLI-Aufnahme einer der erhaben herausstehenden Gesteinsvenen.

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