Der Aufstieg beginnt

Wegstrecke bis Sol 3398
Quelle: Benutzer tesheiner bei UMSF
Ab dem 17. Januar 32 auf dem Mars, dies entsprach dem 17. August 2013 auf Terra, begann Opportunity mit dem Aufstieg auf Solander Point. Es war Sol 3398 des Rovers auf der Oberfläche des Mars. Der Rover hatte einige Zeit damit verbracht, am "Strand" von Solander Point einen größeren Stein namens "Tick Bush" näher zu untersuchen und war danach vom "Meer", von der Botany Bay her kommend auf die "Insel" Solander Point hinaufgefahren.

Die direkte Umgebung von Solander Point zeichnet sich aus durch viele kleine und größere Steine, die irgendwann vom Hügel herabgerollt sind. Auf Solander Point haben die Orbiter Vorkommen von lehmhaltigem Gestein registriert und damit sind diese in unmittelbarer Nähe des "Strandes" von Solander Point vorhandenen Steine ein erstes interessantes Analysenziel auf lehmhaltiges Gestein, das sich nur bei Anwesenheit von Wasser gebildet haben kann.

Opportunity hat aufgrund der momentanen Energiebilanz des pro Sol über die Solarpanelle aufgenommene Energiemenge von etwa 370 Wh/Sol an Sol 3397 (13. August 2013 auf Terra) noch etwas Zeit für wissenschaftliches Arbeiten, bevor er im marsianischen Südwinter den Tiefststand der Sonne bewegungslos mit nach Norden geneigten Solarpaneelen auf einer nach Norden geneigten Fläche aussitzen muß.

Die folgenden Bilder stammen alle aus dieser Phase der nun schon seit nahezu zehn Erdenjahren andauernden Mission des Marsrovers Opportunity:
 
Tick Bush an Sol 3397
Abb. 1: "Tick Bush" aus der Nähe an Sol 3397, dem 16 Januar 32 auf dem Mars. Der Stein zeichnet sich aus durch eine Deckschicht aus anderem Material als der Stein selbst.
Sol 3398 Blick hangabwärts
Abb. 2: Der Blick über die linke Schulter hinein in den Endeavour Krater nach einer kurzen Fahrt hangaufwärts an Sol 3398. Der Stein rechts vorne am Solarpaneel heißt "Mula Mula".
Sol 3399 Blick zurück
Abb. 3: Blick zurück auf die eigenen Spuren an Sol 3399, dem 15. Januar 32 auf dem Mars.
Sol 3400
Abb. 4: Auf dem Hang von Solander Point mit Blick nach Süden an Sol 3400, dem 16. Januar 32 auf dem Mars (== 16. August 2013 auf Terra).

Der Hang an dieser Stelle ist nach Osten geneigt, d.h. Opportunity hat an dieser Stelle noch keine optimale Position zur Energieversorgung für den Sonnentiefstand erreicht. Die an dieser Stelle aufnehmbare Energiemenge von etwa 370 Wh/Sol reicht noch aus, um den Rover optimal betreiben zu können. Bei unter 350 Wh/Sol kann nicht mehr jeden Sol gefahren werden, bei unter 300 Wh/Sol müssen Energiesparmassnahmen durch Abschaltung von nicht dringend gebrauchten Stromverbrauchern eingeleitet werden.

Die Weiterschreibung der täglichen Energiemengen zeigt die folgende Tabelle. Dabei gilt: je größer der τ - Wert, desto schlechter, dunkler und negativer sind die Lichtverhältnisse für den auf Sonnenlicht angewiesenen Rover. Die Lichtdurchlässigkeit der Solarpaneele wird hauptsächlich durch auf ihnen abgelagerten Staub aus der Luft bestimmt. Alles über etwa 360 Wh/Sol ist optimal für die Energieversorgung von Opportunity und erlaubt volle Aktivität:
 
  τ - Wert Änderung Wh/Sol Lichtdurchlässigkeit Paneele Fahrstrecke
Sol 3390 (06. August 2013) 0.770 + 385 54.3 % 38180 m
Sol 3397 (13. August 2013) 0.695 + 376 53.2 % 38180 m
Sol 3404 (21. August 2013) 0.660 + 367 52.2 % 38210 m

Die Energiesituation ist zur Zeit noch ausreichend, um weitere Untersuchungen durchführen zu können:
 
Sol 3401 Sol 3401
Abb. 5: die vor Opportunity liegenden Steine in (Falsch-) Farbe an Sol 3401 Abb. 6: Die tägliche Aufnahme der Sonnenuhr und der Farbschablione brachte an Sol 3401 einen außergewöhnlichen Stein ans Tageslicht, möglicherweise ein Meteorit.
Mula Mula in Falschfarben
Abb. 7: Der Stein "Mula Mula" in einer Falschfarbenaufnahme aus nächster Nähe fotografiert an Sol 3405, dem 21. Januar 32 (entspricht dem 22. August 2013 auf Terra). Der Stein ist stark abgeschliffen, fast so wie ein Sandstein mit langer Verwitterungsgeschichte.
Sol 3405 PanCam
Abb. 8: Steine in Reichweite von Opportunitys Instrumentenarm an Sol 3405.
Sol 3405 Platypus
Abb. 9: Arbeiten mit dem RAT an der Formation "Platypus" in einer Falschfarbendarstellung. Durch den Zeitunterschied zwischen den Einzelaufnahmen durch die drei Frabfilter L2, L5 und L7 ergeben sich schöne Farbeffekte durch die unterschiedlichen Schattenwürfe der Roveraufbauten.

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