Dritte Bohrung bei Cumberland

Nachdem die dritte Bohrung bei Cumberland an Sol 279 recht zügig niedergebracht worden war, wurde in den darauffolgenden Sols der dabei gewonnene Bohrkern in den bordeigenen Labors untersucht. Im CheMin und im SAM wurde das Pulver analysiert.

Während der Röntgendiffraktionsmessung zur Ermittlung der Kristallstruktur der Probe und bei der Analyse der chemischen Zusammensetzung wird relativ viel Energie benötigt. Daher ist während einer solchen Messung die sichtbare Aktivität von Curiosity deutlich eingeschränkt. So gab es zwischen Sol 279 und Sol 284 eine deutliche Pause in den wissenschaftlichen Aktivitäten.
 
Cumberland, Sol 2823
Abb. 1: Sol 283: Bohrgebiet "Cumberland" mit dem an Sol 279 erzeugten Bohrloch und den ChemCam-Einschußlöchern, siehe Abb. 5 unten.
Probenöffnungen
Abb. 2: Blick auf das Roverchassis mit den Einfüllöffnungen von CheMin und SAM an Sol 281, dem 21. Mai 2013.  Die dritte Bohrprobe war an Sol 279 eingebracht worden und die Analyse der Pulverzusammensetzung lief auf Hochtouren.
Sol 283
Abb. 3: stimmunsvoller Abend an Sol 283, dem 23. Mai 2014 bei Cumberland mit Blick nach Südwesten. Die Sequenz aus 5 Bildern zeigt die Bewegungen des Instrumentenarmes zwischen 16:03 Uhr und 17:22 Uhr Ortszeit an diesem Sol. Es wird deutlich, dass auch auf dem Mars in relativer Äquatornähe der Abend früh kommt. Trotz Südsommers ist es am Ende der Sequenz gegen 17:22 Uhr Ortszeit schon sehr dunkel geworden.
SAM Einfüllöffnungen CheMin-Einfüllöffnung
Abb. 4: die mittlerweile eingestaubten Einfüllöffnungen von SAM und CheMin im Detail, aufgenommen mit der am Instrumentenarm angebrachten MAHLI-Kamera (Mars Hand Lens Imager) an Sol 281 und Sol 282.
Sol 283: ChemCam Einschußlöcher
Abb. 5: Einschusslöcher des ChemCam-Lasers beim Bohrloch Cumberland an Sol 283.
Sol 185 ChemCamZielgenauigkeit
Abb. 6: Die Zieloptik des ChemCam-Lasers ist außerordentlich genau. Wie man sieht, ist sie in der Lage, in einem 1.6 cm breiten und knapp 6 cm tiefen Bohrloch mindestens sechs Einschußlöcher in definiertem Abstand untereinander genau zu platzieren. Fantastisch ! 
Sol 285 ChemCam Fokussierungstests
Abb. 7: Fokussierungstests mit dem Zielteleskop der ChemCam-Optik. Wie man sieht, kann man damit auch den Horizont scharf abbilden, wenn auch der Laser nicht soweit schiessen kann.
Sol 289 NavCam
Abb. 8: Blick mit der NavCam nach Südosten an Sol 289, dem 30. Mai 2013 auf der Erde und dem 46. November 31 auf dem Mars. Der marsianische November hat 50 Sols, der 01. Dezember 31 beginnt am 4. Juni 2013 Erddatum. Das Bohrgebiet "Cumberland" liegt unten in der Bildmitte.
Sol 290 ChemCam Zieloptik
Abb. 9: Sol 290 (31. Mai 2013): Zielerfassung des ChemCam-Lasers. Curiosity analysierte weiterhin die Auswurffahne der dritten Bohrung bei Cumberland eingehend. Durch die Mehrfachanalyse des gleichen Punktes der Auswurffahne einmal frühmorgens und einmal abends sollte festgestellt werden, ob und wieviel Wasser sich während der kalten Marsnacht auf der Oberfläche ablagern kann. Durch den Mehrfachbeschuß hatte sich mittlerweile ein kleiner Trichter beim Auftreffpunkt des Lasers gebildet. Die Analyse des dritten Bohrkerns bei Cumberland in den bordeigenen Instrumenten SAM und CheMin war zu diesem Zeitpunkt wegen der dazu benötigten großen Energiemenge immer noch nicht abgeschlossen, mehr als 20 Sols nach der eigentlichen Bohrung.
Sol 292 Nachtaufnahme
Abb. 10: Premiere der Curiosity Mission an Sol 292/293 (2./3. Juni 2013): MAHLI-Nachtaufnahmen des Bohrloches bei Cumberland im Kunstlicht des MAHLI-Kamerakopfes. Der Mars Hand Lens Imager besitzt zwei Lichtquellen, eine für normales, eine für UV-Licht (Testlauf siehe dieses Bild bei der Instrumentenkalibrierung bzw. weitere Details auf dieser Seite). Damit kann man Aufnahmen in finsterster Marsnacht machen, um möglicherweise Erkenntnisgewinne durch das optische Verhalten des Marsgesteins im Kunstlicht zu machen.
Sol 293 MAHLI mit Licht Sol 293 MAHLI mit Kunstlicht
Abb. 11: Der Ergebnis, aufgenommen mit der MAHLI-Kamera (Mars Hand Lens Imager) in dunkler Nacht. Die Aufnahmen erfordern eine hohe Energiemenge, denn zur Bewegung des Instrumentenkopfes in bis zu -80°C kalter Marsnacht, müssen der Instrumentenarm, der Instrumentenkopf und der Roverkörper selbst erst vorgewärmt werden.
Sol 292 MAHLI im UV-Licht
Abb 12: Cumberland-Bohrloch im UV-Licht des MAHLI-Imagers. Hier fluoresziert nichts im Aushubmaterial des Bohrkopfes.

Mit diesen Bildern waren die dritte Bohrung und die Auswertung sämtlicher Instrumentendaten abgeschlossen. Die Verantwortlichen teilten auf einer Pressekonferenz mit, dass sich das Mars Science Laboratory nun auf seinen acht Kilometer langen Weg zur Basis von Aeolis Mons im Südwesten vom aktuellen Standort aufmacht. Die benötigte Zeit bis zum Ziel wurde auf etwa ein Jahr veranschlagt. Curiosity sollte zügig fahren, dabei allerdings bei interessanten geologischen Stellen Zwischenstopps für eine genauere Analyse einlegen.

Erster Halt würde das Gebiet um "Shaler" sein, an dem Curiosity bereits an Sol 120 im Dezember 2012 vorbeigefahren war (siehe auch Abb. 5, 6 und 7 auf dieser Seite) sowie die Gesteinsformation "Point Lake", die direkt neben Shaler liegt und womöglich vulkanischen Ursprungs ist.
 
Sol 297 westl. Yellowknife Bay
Abb. 13:  Abschlußfoto der Bohrarbeiten bei John Klein /Cumberland. Es zeigt einen Überblick über den westlichen Rand der Yellowknife Bay, in der sich Curiosity seit September 2012 aufgehalten hatte. Der Blick geht nach Süden auf die Basis von Aeolis Mons. Hier der Bericht vom damaligen Erreichen der Yellowknife Bay. Ganz rechts unten sieht man die beiden Bohrlöcher bei "John Klein".

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