Snake River

Nach der Weihnachtspause in Yellowknife Bay bewegte sich Curiosity nach über 13 Sols Pause an Sol 147 zum ersten Mal wieder weg aus "Grandma's House". Auf Terra schrieb man den 4. Januar 2013, auf dem Mars war es immer noch Ende August 31, als diese neue Fahrt stattfand, nämlich exakt der 45. August 31 (Datumskonvention siehe hier). Der Rover fuhr über knapp 3 m etwas weiter an die Nordkante der Yellowknife Bay heran und untersuchte einen "Snake River" genannten Bereich genauer. Die Verantwortlichen waren immer noch auf der Suche nach einer Stelle, wo der bisher nicht zum Einsatz gekommene Drillbohrer zum ersten Mal ausprobiert werden konnte:
 
Wegstrecke bis Sol 147
Abb. 1: Curiositys Wegstrecke in Yellowknife Bay bis Sol 147 (Quelle: Phil Stooke von UMSF)
Panorama an Sol 147
Abb. 2: Die an der Nordkante der Yellowknife Bay gelegene Region Snake River ist im Fokus der Bordkameras. Besonders interessant schien die schlangenförmige Steinkette im unteren linken Bereich, die diesem Ort auch den Namen gab.
Arbeiten an Sol 149 und 150
Abb. 3: Arbeit des Instrumentenarms bei Snake River an Sol 149 und 150. Es wurden verschiedene Bereiche jeweils mit der MAHLI-Mikroskopkamera bzw. mit dem APX-Spektrometer untersucht.
Bürsteneinsatz an Sol 149
Abb. 4: Außerdem wurde am Zentrum von Snake River ein kleiner Bereich vom aufliegenden Staub freigebürstet. Die Stelle wurde Ekwir_1 genannt und ist die Stelle, an der vermutlich der Drillbohrer angesetzt werden wird.

Die Bohrstelle muß sorgfältig ausgewählt werden, damit nicht möglicherweise ungeeignetes Material den Bohrer verstopfen und unbrauchbar machen kann. Von der Erde gibt es zahlreiche Erfahrungswerte, die zeigen, dass vermeintlich festes Material sich unter der Temperaturentwicklung beim Bohrvorgang zu einer amorphen, klebrigen Masse verwandeln kann, die in diesem Fall das Bohrgestänge unwiderruflich beschädigen könnte ("Martian Honey", wie es die Rover-Verantwortlichen nennen).

Materialien wie Eisensulfate oder Perchlorate könnten möglicherweise diese Charakteristiken aufweisen. Da frühere Missionen gezeigt haben, dass es sich auf dem Mars um eine der Erde ähnliche Chemie handelt und auch solche Materialien bereits gefunden wurden (z.B. bei der Phoenix-Mission), muß ein Bohrplatz unter Einbeziehung und Berücksichtigung dieser Daten ausgewählt werden.

Der Name "Drillbohrer" für Curiositys Bohrgestänge ist etwas irreführend, denn es handelt sich um einen rotierenden Bohrmeissel, der das Material zu Pulver zerschlägt. Dieses Pulver wird um den Hammerkern herum nach oben transportiert und in das Probenaufnahmeinstrument CHIMRA eingebracht. 

Auf dem Mars fing mit Sol 151 der marsianische September des Jahres 31 an, der insgesamt 46 Sols hat. Es fiel auf, dass die Räder des Rovers nach nur 150 Sols schon ziemlich verbeult aussahen. Ein Beispiel dafür zeigt das nächste Bild, das von Sol 151 stammt, dem 08. Januar 2013 Erddatum (01. September 31 Marsdatum):
 
MastCam Bild von Sol 151
Abb. 5: Bild der MastCam von Sol 151 des mittleren und hinteren Rades der rechten Roverseite. Besonders in der Vergrößerung (Klicken auf das Bild) fällt auf, dass die Räder, verursacht durch spitze Steine, schon ziemlich verbeult aussehen.

Laut Aussage der Verantwortlichen sei das kein Problem. Die Räder bestehen komplett aus Aluminium, konstruiert in einer Leichtbauweise. Die Lauffläche sei so dünn, dass sie Federungseigenschaften wie ein luftgefüllter Reifen habe. Einige Dellen störten da nicht.

Es gab hier interessante Steine zu sehen:
 
Sol 149
Abb. 6: Dieser Stein hier nordwestlich des Roverstandortes an Sol 149 hat rechteckige Aussparungen. Er sieht aus wie bearbeitet.
Sol 153
Abb. 7:  Diese Gruppe von kleinen Steinen, ebenfalls nordwestlich vom Rover an Sol 153 besteht offenbar aus mehreren Gesteinssorten. Besonders am oberen Rand des Bildes sind helle kieselige Strukturen zu erkennen.
Sol 153 3000 x 2660 Pixel
Abb. 8: Übersichtbild von Sol 153 (6.5 MByte - 3000 x 2660 Pixel)
Armarbeit an Sol 154
Abb. 9: Armarbeit an Sol 154 an der Snake River-Region der Abbildungen 7 und 8. Es wurden zwei Positionen angefahren und mit MAHLI und APXS analysiert. Der Film enthält hintereinandergeschnitten diese Arbeiten aus Sicht der vorderen HazCam und der NavCam des Rovers.
Sol 154 MAHLI
Abb. 10: Bild der MAHLI-Mikroskopkamera von Sol 154 der zweiten mit dem Instrumentenarm angefahrenen Position. Auf der Erde ist dies der 11. Januar 2013, auf dem Mars der 5. September 31.
Sol 157 Panorama
Abb. 11: Panorama über Yellowknife Bay an Sol 157 (14. Januar 2013)

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