Whitewater Lake

Ab Sol 3070, dem 12. September 2012, richtete sich das Hauptaugenmerk von Opportunity auf eine Gesteinsplatte am Rande des Kirkwood-Felsengartens namens "Whitewater Lake". Seine nähere Untersuchung, siehe die Fotos auf dieser Seite, legten die Annahme nahe, dass es sich hierbei um zu Gestein gewordenes originäres Lehmmaterial handelt, also das Smektit-Gestein gefunden worden war, das bereits die Orbiter aus der Umlaufbahn heraus an dieser Stelle detektiert hatten.

Hier die Karte des Gebietes:
 
Wegstrecke von Opportunity bei Google Earth
Abb. 1: Wegstrecke von Opportunity bei Google Earth, gepflegt und verwaltet vom Benutzer tesheiner bei UMSF

Die nächsten Sols brachte der Rover mit der näheren Untersuchung dieser Gesteinsplatte zu. Die nachfolgenden Fotos stammen alle aus dieser Zeit.
 
Sol 3071 Panorama
Abb. 2: Panoramablick um den Standort an Sol 3071
Sol 3071 Sol 3071
Abb. 3: Gesteinsplatte an Sol 3071 namens " Whitewater Lake" - fantastisch !
Whitewater Lake an Sol 3074
Abb. 4: Whitewater Lake an Sol 3074 (16. September 2012).
Whitewater Laki im Microscopic Imager Sol 3074
Sol 3078 Phobosdurchgang
Abb. 5: Ein Teil von Whitewater Lake im Microscopic Imager Abb. 6: Phobosdurchgang an Sol 3078, dem 20.09.2012. Die Sonne ist überbelichtet, aber im über der Sonne stehenden Reflexionsbild der Kameralinse sieht man am Anfang der Sequenz Phobos vor der Sonnenscheibe vorbeiziehen. Außerdem wird das Sonnenlicht während des Durchgangs deutlich abgeschwächt.

An Sol 3076, dem 18. September 2012, wurde "Whitewater Lake" mit der Bürste gereinigt:
 
Whitewater Lake Brush 1 Whitewater Lake Brush 2
Abb. 7: Einsatz der Bürste auf Whitewater Lake an Sol 3076 ...
Sol 3076 MI
Abb. 8: ... und hier das Ergebnis der Reinigung, aufgenommen mit dem Microscopic Imager
Sol 3078 Whitewater Lake nach der Reinigung
Abb. 9: Sol 3078. Whitewater Lake nach den Reinigungsbemühungen
Weiterer Reinigungsversuch weiterer Reinigungsversuch
Abb. 10: Es gab hiernach einen weiteren Reinigungsversuch. Er wurde gegenüber dem ersten etwas weiter "südlich" angesetzt.

Nach der Säuberung der Gesteinsoberfläche kann nun eine APXS-Messung seiner Zusammensetzung folgen. Dies geht nur bei gereinigten Oberfächen, da die Eindringtiefe der Alphastrahlung eines Alpha Particle X-Ray Spectrometers sehr gering ist. 
Die obligatorischen Energiewerte aus dieser Zeit:

  τ - Wert Änderung Wh/Sol Lichtdurchlässigkeit Paneele Fahrstrecke
Sol 3056 (28. August 2012) 0.570 + 568 68.4 % 35017,33 m
Sol 3063 (04. September 2012) 0.658 - 543 66.7 % 35037,19 m
Sol 3070 (12. September 2012) 0.689 - 569 67.2 % 35047,47 m
Sol 3076 (18. September 2012) 0.560 + 564 64.8 % 35047,47 m
Sol 3084 (26. September 2012) 0.658 - 553 65.7 % 35047,47 m
Sol 3090 (02. Oktober 2012) 0.608 + 551 63.4 % 35050,06 m

Whitewater Lake an Sol 3084, dem 27. September auf der Erde  und dem 53. Juni 31 auf dem Mars:
 
Whitewater Lake an Sol 3084
Abb. 11: Ein fast vollständiges Bild der Steinplatte Whitewater Lake.
Armaktionen an Sol 3085 Adzila2
Abb. 12: Aktionen mit dem RAT auf Whitewater Lake und das Ergebnis eines 3 mm in den Boden hineingefrästen Lochs an Sol 3085 (53. Juni 31 auf dem Mars, 27. September 2012 auf der Erde).

Die Lokation wurde von der NASA am 28. September 2012 auf den Namen "Matijevic Hill" getauft. Die Verantwortlichen gaben dabei bekannt, dass sich Opportunity in den nächsten Wochen und möglicherweise sogar Monaten damit beschäftigen wird, die Struktur der "Blueberries" und der hier ganz neu gefundenen "Nicht-Blueberry"-Kügelchen (siehe hier) aufzuklären.

Das RAT leistete weiter ganze Arbeit. An Sol 3088, dem 1. Juli 31 auf dem Mars (Herbstanfang auf der Nord- und Frühlingsanfang auf der Südhalbkugel des Mars) wurde das Bohrloch auf 4 mm Tiefe erweitert. Das Bohrinstrument ging durch den Stein wie durch Butter ... 
 
RAT-Ergebnis an Sol 3087
Abb. 13: RAT-Ergebnis an Sol 3087
Sol 3090 RAT-Ergebnis
Abb. 14: ... und der Blick an Sol 3090 (05. Juli 31 auf dem Mars, 02. Oktober 2012 auf der Erde, auf das RAT-Ergebnis.

Opportunity nahm an diesem Bohrloch von knapp 4 mm Tiefe eingehende und längerdauernde Messungen mit seinem APX-Spektrometer vor, um die Elementzusammensetzung der unter der Oberfläche liegenden Gesteinsschicht im Vergleich zur direkt auf der Oberfläche gemessenen Zusammensetzung zu ermitteln. 

 
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