Auswahl erster Ziele

Nach dem Softwareupgrade der Bordsoftware auf die Version R.10, die ohne Probleme vonstatten ging, wurde mit der Überprüfung der Instrumente an Bord des Rovers begonnen. Die Vielzahl der Kameras, des SAM-Chemielabors sowie der anderen Instrumente wie z.B. der mit einem Laser ausgestatteten ChemCam erforderten eine Reihe von Sols für die Inbetriebnahme und Eichung dieser Software. Am Sonntag, dem 19. August 2012, Sol 13 für Curiosity auf dem Mars, war bis dahin ein Großteil der Tests bestanden und die Instrumentenausstattung zum größten Teil bereits bereit.

Es standen erste Fahrversuche an, um die Funktionsfähigkeit der Räder zu testen. Außerdem wurden erste Ziele des Rovers bekanntgegeben:
 
Aeolis Mons
Abb. 1: An Sol 12, dem 18. August 2012 auf der Erde, wurde zum ersten Mal nach der Landung an Sol 0 der Berg Aeolis Mons komplett mit den vorderen Navigationskameras aufgenommen. Man blickt auf die ansteigende Flanke des Berges, die Spitze selbst ist hinter dem Horizont nicht zu sehen.
Aeolis Mons in Farbe an Sol 13
Abb. 2: Aeolis Mons in Farbe an Sol 13, aufgenommen mit der 100 mm Mastkamera ("MastCam 100"). Die Farben sind korrigiert, um einige Details herauszuarbeiten.
Lokation von Glenelg
Abb. 3: Das erste Ziel für Curiosity würde der Punkt bei Glenelg sein, etwa 500 m von Landeplatz entfernt. Glenelg lag am Schnittpunkt dreier verschiedener Bodenstrukturen, wie man leicht aus der Färbung des Gelänes sehen kann. Währned der mehrwöchigen Fahrt zu Glenelg würde der Rover an interessanten Stellen für Detailanlaysen anhalten.
Operationsgebiet am Fuß von Aeolis Mons
Abb. 4: Nach der Erkundung von Glenelg würde das nächste Operationsgebiet am Fuß des Aeolis Mons in etwa 7 km Entfernung von Glenelg  in Richtung Südwesten angesteuert werden. Hier würden die dort beobachtbaren Schichtstrukturen analysiert werden. Die Fahrt dorthin würde Monate dauern.
Aeolis Mons Canyon
Abb. 5: Danach würde man versuchen, den 5 km tiefen Einschnitt in die Flanke des Aeolis Mons anzufahren. Hier hoffte man, ähnlich wie im Grand Canyon auf der Erde, die geologische Geschichte anhand der Schichtstrukturen bis in die ferne Vergangenheit des Mars erforschen zu können.
ChemCam Zielblick
Abb. 6: Des Rovers ChemCam Laser-Zielkamera hat auch bereits sein erstes Objekt im Fadenkreuz ...
Laserbeschuß auf "Coronation"
Abb. 7: ... und an Sol 13 im Rahmen der Instrumenten-Checkouts schoß der Laser der ChemCam zum ersten Mal. Damit war für die Marsianer klar, dass Curiosity nicht nur in Frieden gekommen war ... Die ChemCam analysierte den etwa drei Meter neben dem Rover liegenden Stein namens "Coronation" auf seine Zusammensetzung. Dabei erzeugt der Laser ein superheisses Plasma, das das Teleskop der ChemCam anhand des Emissionsspektrums der Gesteinswolke analysieren kann. Der runde Bereich unten im Bild zeigt das Analysenobjekt "Coronation" in der Laser Zieloptik, der Bildausschnitt oben das Ergebnis des Laserbeschusses. Die Analyse des Steines ergab eine typische Basaltstruktur.
Sol13 Calibration Target
Abb. 8: Rover Calibration Target und Sonnenuhr an Sol 13, aufgenommen von der 100 mm MastCam. Gestochen scharfe Bilder !

An Sol 14, dem 20. August 2012, wurde der Instrumentenarm zum ersten Mal bewegt. Auch dies ohne Probleme. Als nächstes standen danach die Tests der Elektromotoren der Räder auf dem Programm. Die vier steuerbaren Seitenräder sowie die starren Mittelräder wurden einzeln nacheinander getestet. Dabei drehte sich der Rover um 90° und fuhr etwa drei Meter vor und zurück.
 
Erstes Bewegen des Instrumentenarms
Abb. 9: An Sol 15 wurde der Instrumentenarm zum ersten Mal bewegt. Alles OK !
Rädertest
Abb. 10: ... und es wurde die Funktionsfähigkeit der Steuerräder getestet. Alles OK ! (Quelle: E. Lakdawalla von der Planetary Society).

Das bisher  einzige Problem besteht mit zweien der drei Windsensoren. Sie waren bei der Landung vermutlich dem Steinschlag ausgesetzt, den  die Landetriebwerke erzeugt haben und sind möglicherweise dabei beschädigt worden. Sie zeigen jeweils Vollausschlag. Der dritte Windsensor an Boom-2 funktioniert ordnungsgemäß. Die Planungen laufen zwangsläufig darauf hinaus, mit einem Windsensor an der Wetterstation auszukommen. Das Ergebnis des ersten Wetterberichtes von der Landestelle:
 
Wetterdaten Sol 10-11
Abb. 11: Oberflächen- und Lufttemperaturen von Sol 10-11 (16./17. August 2012). Die Lufttemperatur variiert zwischen -2°C und -75°C bei Tag und Nacht, während die Bodentemperaturen sich zwischen +3°C und -91°C bewegen. Der Boden heizt sich stärker auf und kühlt weiter ab als die Luft. Genau wie auf der Erde.