Endeavour im Fokus

Nach der Wintersonnenwende Mitte Mai 2010 nahmen die Energiewerte durch die höhersteigende Sonne langsam wieder zu und dadurch wurde die prekäre Energiesituation für Opportunity etwas entschärft. Der Rover hatte ab Sol 2256 Ende Mai 2010 den Kurs endgültig auf Ost gewechselt und näherte sich nun ganz langsam seinem Ziel, den Krater Endeavour. Bis dahin waren es aber immer noch etwa 12 km.

Das folgende Bild zeigt die Strecke auf insgesamt 5 km in Richtung Osten, wo als nächstes Zwischenziel der kleinere Krater Santa Maria angesteuert wurde. Als Prognose würde dieser bis etwa Mitte 2011 erreicht werden können. Nach Santa Maria waren es danach noch weitere 7 km bis zum Westrand von Endeavour.
 
Route zu Santa Maria
Abb. 1: Opportunitys Route bis zum Zwischenziel Santa Maria

Opportunity hatte sein Ziel bereits am Horizont im Blickfeld. Durch die im Mai/Juni 2010 überaus klare Luft in der Meridiani-Ebene (sehr kleiner τ-Wert) konnten aus über 12 km Entfernung bereits Einzelheiten am Kraterrand ausgemacht werden. Die NASA hatte den einzelnen Bergen im Randgebirge auch bereits Namen gegeben:
 
Namen im Endeavour-Randgebirge
Übersicht über die Endeavour-Region
Abb 2a,b: Namen der Erhöhungen im Endeavour-Randgebirge in einer hochaufgelösten Spezialaufnahme, bei der mehrere niederaufgelöste Bilder zu einer Hochauflösungsaufnahme kombiniert wurden.
Panorama an Sol 2282
Abb. 3: Falschfarbenaufnahme des noch fernen Zielgebietes an Sol 2282 (25. Juni 2010)

Hier die aktuellen Energiewerte nach der Wintersonnenwende am 14. Mai 2010:

  τ - Wert Wh/Sol Lichtdurchlässigkeit Paneele Fahrstrecke
Sol 2253 (26. Mai 2010) 0.317 275 53.0 % 20810,90 m
Sol 2260 (02. Juni 2010) 0.465 269 56.6 % 20862,01 m
Sol 2266 (09. Juni 2010)   287 58.9% 20862,01 m
Sol 2272 (15. Juni 2010) 0.280 297 57.0 % 21005,47 m
Sol 2279 (22. Juni 2010) 0.257 320 55.9 % 21209,69 m
Sol 2286 (29. Juni 2010) 0.259 354 57.7 % 21408,21 m 
Sol 2294 (07. Juli 2010) 0.226 359 57.7 % 21550,77 m
Sol 2300 (14. Juli 2010) 0.223 492 70.0% (Reinigungsevent !) 21760,61 m

Abb. 4: Blick zurück nach Westen an Sol 2289 (02. Juli 2010)
Panorama Sol 2300
Abb. 5: Das Panorama an Sol 2300 erstreckt sich von Nordwesten bis Nordosten

Wegstrecke bis Sol 2286
Abb. 6. Wegstrecke bis Sol 2301 (15. Juli 2010)

Die Fahrt nach Osten ging ohne Probleme voran. Der Rover legte jeden zweiten Sol zwischen 50 und 70 m zurück. Außerdem hatte Opportunity Glück. An Sol 2299, dem 13. Juli 2010, fegte ein leichter Wind über das Roverdeck hinweg und blies einen Großteil der Staubablagerungen weg. Der Lichtdurchlässigkeitsfaktor der Solarpaneele stieg auf 70% und die tägliche Energieausbeute auf 492 Wh/Sol. Damit konnten die Fahrstrecken pro Fahrsol etwas erhöht werden.
 
Windeffekt zwischen Sol 2295 und Sol 2299
Abb. 7: Der Effekt des Windreinigungsvorganges an Sol 2299 ist deutlich zu erkennen im Unterschied zu Sol 2295, als noch deutlich mehr Staub auf den Solarpaneelen lag.

Zum ersten Mal konnte in der Meridiani-Ebene an Sol 2301 ein Staubteufel ins Bild gebannt werden. Der Schwesternrover Spirit hatte im Gusev-Krater schon öfter solche Windhosen fotografiert, für Opportunity war es eine Premiere:
 
Staubteufel vor Endeavor Sol 2301
Abb. 8: ein riesiger Staubteufel in etwa 5-8 km Entfernung vor dem Hintergrund des Endeavour-Randgebirges an Sol 2301. Offenbar begann mit dem Höhersteigen der Sonne nach dem Wintertief die Staubteufelzeit, da die Atmosphäre langsam aber sicher wieder aufgeheizt wurde. Bei dem Bild  handelt es sich um eine Falschfarbenaufnahme.

 
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