nächstliegende Sonnensysteme

Es gibt 47 der Sonne nahestehende Sternensysteme, die weniger als 5 Parsec (etwa 16 Lichtjahre) von unserer Sonne Sol entfernt sind. Die entsprechende Liste ist hier.
 
nächstliegende Sonnensysteme
Abb. 1: die 47 dem Solarsystem am nächsten liegenden Sonnensysteme

Davon sind die zehn dem Solarsystem am nächsten liegenden Sonnensysteme die folgenden:
 
  System Entfernung / Lichtjahre Bemerkungen
1 Proxima_Centauri 4.2 auch Alpha Centauri C genannt. Aufgrund seiner Position am Südhimmel kann er von der Erde aus nördlich des 27. Breitengrades nicht beobachtet werden, also auch nicht von Europa aus. Da er mit seiner geringen scheinbaren Helligkeit von 11,05 mag unauffällig ist, wurde er erst im Jahr 1915 entdeckt. Es ist noch nicht sicher geklärt, ob Proxima Centauri zu Alpha Centauri gehört. Seine derzeitige Entfernung zu dem Doppelsternsystem Alpha Centauri A und B beträgt etwa 0,2 Lichtjahre. Proxima Centauri ist ein Roter Zwerg der Spektralklasse M.
2 Alpha Centauri

(siehe auch die separate Seite unter "Off Topic: Saturn")
4.3

Alpha Centauri (α Centauri, abgekürzt α Cen, aber auch Rigil Kentaurus bzw. Rigilkent, Toliman oder Bungula genannt) ist ein etwa 4,34 Lichtjahre entferntes Doppelsternsystem im Sternbild Centaurus, das am südlichen Sternhimmel zu sehen ist. Es besteht aus dem helleren gelben Stern Alpha Centauri A und dem orangefarbenen Alpha Centauri B. Alpha Centauri ist das der Sonne nächstgelegene Sternsystem. Als Doppelstern ist Alpha Centauri mit einer scheinbaren Gesamthelligkeit von −0,27 mag das hellste Gestirn in diesem Sternbild und wird als insgesamt dritthellster Stern am Nachthimmel wahrgenommen. Umstritten ist, ob der sonnennächste Stern, der 4,22 Lj entfernte Rote Zwerg Proxima Centauri, auch zu diesem System gehört.

3 Barnard's Stern 5.9

Barnards Pfeilstern (oder Barnards Stern, auch Munich 15040) ist ein kleiner Stern im Sternbild Schlangenträger, der die bislang größte bekannte Eigenbewegung von 10,34" (Bogensekunden) pro Jahr aufweist. Seine relative Geschwindigkeit zu unserem Sonnensystem beträgt rund 140 Kilometer pro Sekunde. Das Ausmaß seiner Eigenbewegung wurde 1916 von dem Astronom Edward Emerson Barnard entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kapteyns Stern im Pictor (Südhimmel) als der Stern mit der größten Eigenbewegung gegolten. Solche Sterne, deren Himmelsposition sich rasch verschiebt, werden in der Astronomie als Schnellläufer bezeichnet.
Mit einer Entfernung von etwa 6 
Lichtjahren ist Barnards Pfeilstern unter den bekannten Sternen der dem Sonnensystem viertnächste. Nur die drei Komponenten des α-Centauri-Systems liegen näher. Der Pfeilstern ist allerdings ein roter Zwerg mit Spektraltyp M4 und scheinbarer Helligkeit 9,61m, so dass er trotz seiner Nähe zu schwach leuchtet, um ohne Teleskop oder starkes Prismenfernglas beobachtet werden zu können. Er liegt nahe dem Stern 66 Oph. Im Jahr 11.800 wird er sich der Sonne bis auf 3,8 Lichtjahre nähern und danach wieder entfernen.

4 Wolf 359 7.8

Wolf 359 ist ein ca. 7,8 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernter und damit nach der Sonne der fünftnächste Stern. Am Himmel steht der als roter Zwerg klassifizierte Himmelskörper im Sternbild Löwe, ist aber aufgrund seiner geringen Helligkeit nur auf durch das Teleskop aufgenommenen Bildern zu sehen.
In der Fernsehserie
Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert wurde in den Episoden „In den Händen der Borg“ und „Angriffsziel Erde“ bei Wolf 359 eine für die Föderation verlustreiche Schlacht gegen die Borg geführt.

5 Lalande 21185 8.29

Lalande 21185 ist ein Stern der Spektralklasse M2 V. Es handelt sich um einen roten Zwerg mit schwacher Leuchtkraft von 1/40 der Sonne, geringer Masse von ca. 0,46 Sonnenmassen, und einer relativ kühlen Oberflächentemperatur von 3400 Kelvin. Die scheinbare Helligkeit im V-Band beträgt 7,5 mag und die absolute Helligkeit 10,5 mag. Der Winkeldurchmesser wurde mit dem PTI (Palomar Testbed Interferometer) gemessen zu 1,464±0,03 Millibogensekunden. Daraus ergibt sich ein Durchmesser von 0,40 Sonnendurchmessern oder 555.000 km. Der Stern befindet sich im Sternbild Großer Bär in 8,29 Lichtjahren Entfernung. Damit ist er der sechstnächste bekannte Stern zur Sonne.

6 Sirius A und B 8.6

Sirius (griechisch Seirios Σε?ριος, lateinisch Canis Majoris, Alpha Canis Majoris, α CMa; auch Hundsstern, Aschere oder Canicula) ist als Doppelsternsystem des Sternbildes „Großer Hund" das südlichste sichtbare Himmelsobjekt des Wintersechsecks. Seine hellere Komponente besitzt eine scheinbare Helligkeit von −1,46 mag. Damit ist Sirius A der hellste Stern am Nachthimmel, beinahe doppelt so hell wie der zweithellste Stern Canopus mit einer scheinbaren Helligkeit von −0,72 mag. Unter den Gestirnen sind nur Sonne, Mond und die Planeten Venus, Jupiter, Mars und Merkur heller. Die Helligkeit seines Begleiters, des Weißen Zwerges Sirius B, beträgt hingegen nur 8,5 mag. Mit 8,6 Lichtjahren Entfernung ist Sirius eines der nächsten Gestirne. Aufgrund des geschätzten Alters von etwa 240 Mio. Jahren gehört Sirius zu den jungen Sternsystemen.

7 Luyten 726 - A und B 8.73

Luyten 726-8 (auch Gliese 65) ist ein Doppelsternsystem und mit einer Entfernung von 8,7 Lichtjahren einer der nächsten Nachbarn der Sonne. Die Komponente Luyten 726-8 B des Doppelsternsystems ist der bekannte Flarestern UV Ceti, die etwas hellere Komponente Luyten 726-8 A ist ebenfalls ein Flarestern (BL Ceti), allerdings mit einer geringeren typischen Helligkeitsamplitude. Das Doppelsternsystem wurde 1948 von Willem Jacob Luyten entdeckt, nach dem es auch benannt ist. Die beiden Komponenten umkreisen einander mit einer Periode von 26,5 Jahren in einem Abstand, der zwischen 2,1 AE im Periastron und 8,8 AE im Apastron schwankt. Der nächste Nachbarstern des Systems Luyten 726-8 ist der sonnenähnliche Einzelstern Tau Ceti in einer Entfernung von 3,2 Lichtjahren. Nach einer Berechnung von Robert A. J. Mathews war das Doppelsternsystem Luyten 726-8 bis vor 32.000 Jahren der erdnächste Stern. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Sternenbahnen wurde er damals von Proxima Centauri abgelöst.

8 Ross 154 9.64

Ross 154 ist ein roter Zwerg zehnter Größenklasse im Sternbild Schütze, der mit einer Entfernung von etwa 9,7 Lichtjahren zu den sonnennächsten Sternen zählt. Der Stern gehört zur Klasse der Flare-Sterne und trägt als veränderlicher Stern die Bezeichnung V1216 Sagittarii. Entdeckt wurde er wie viele nahe dunkle Sterne durch seine hohe Eigenbewegung von Frank Elmore Ross, in dessen Katalog er die Nummer 154 erhielt. Der nächste Nachbar dieses Sterns ist Barnards Stern, der 5,4 Lichtjahre von Ross 154 entfernt ist.

9 Ross 248 10.32

Ross 248 (Veränderlichen-Bezeichnung HH Andromedae) ist ein roter, kühler Zwergstern im Sternbild Andromeda. Er zählt zu der Gruppe der UV-Ceti-Sterne und ist damit sehr energiereich. Mit circa 10,3 Lichtjahren Entfernung zur Sonne ist Ross 248 einer der nächsten bekannten Sterne und der sonnennächste Stern im Sternbild Andromeda.
Da die Raumsonde
Voyager 2 ungefähr in die Richtung von Ross 248 fliegt, wird sie in etwa 40.000 Jahren ihren mit 1,7 Lichtjahren nächsten Bahnpunkt zu diesem Roten Zwerg erreichen. Nach einer Berechnung von Robert A. J. Matthews aus dem Jahr 1993 wird Ross 248 durch seine Bahn und Geschwindigkeit Proxima Centauri in 33.000 Jahren als erdnächster Stern ablösen.

10 Epsilon Eridani 10.5

Epsilon Eridani ist ein sonnenähnlicher Stern mit etwa 0,85 Sonnenmassen und einer Entfernung von ca. 10,5 Lichtjahren von der Sonne (3,218 Parsec). Er ist von der Entfernung her der nächste Stern im Sternbild Eridanus und nach Alpha Centauri und Sirius der drittnächste Stern, der mit dem bloßen Auge erkennbar ist. Außerdem ist er nach aktuellem Kenntnistand der sonnennächste Stern mit Planeten. Epsilon Eridani hat keinen offiziellen Namen. Sein nächster Nachbar ist mit einem Abstand von 5,22 Lj (1,60 pc) Luyten 726-8 (UV Ceti und BL Ceti).
Im Oktober 2008 gelang mit Hilfe des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer der Nachweis, dass Epsilon Eridani über zwei Asteroidengürtel verfügt. Die Position des einen Gürtels ist damit vergleichbar mit der Lage des Asteroidengürtels im Sonnensystem zwischen Mars und Jupiter. Der zweite, dichtere Gürtel befindet sich zwischen dem ersten Gürtel und dem äußeren Kometenring.
Im Jahr 2000 wurde die Entdeckung des Planeten Epsilon Eridani b bekannt gegeben. Die Entdecker bestimmten seine Masse als 1,2 ± 0.33 facher Masse des Planeten Jupiter. Epsilon Eridani b umkreist Epsilon Eridani mit einer Periode von 6,9 Jahren in einer mittleren Entfernung von 3,39 AE, wobei die Umlaufbahn eine Exzentrizität von 0,7 besitzt, was einer der größten Werte unter den bekannten Exoplaneten ist. Seine Bahn ist um 30 Grad gegen die Sichtlinie geneigt - und stimmt so exakt mit der Neigung der Gas- und Staubscheibe um den Stern überein. Obwohl die Entfernung von Epsilon Eridani mit 10,5 Lichtjahren relativ gering ist, ist der Planet selbst mit den größten Teleskopen nicht direkt zu erkennen.
Epsilon Eridani ist das nächstliegenste Sonnensystem, in dem eindeutig Planeten nachgewiesen werden konnten.