HR8799

Die Sonne HR8799 liegt 129 Lichtjahre von Sol entfernt im Sternbild Pegasus (siehe Wikipedia-Artikel). Der Stern hat etwa die 1.5 fache Masse unserer Sonne und im Jahre 2008 konnte ein zu diesem Stern gehörendes Planetensystem zusammen mit einem ähnlichen Planeten im Fomalhaut-System entdeckt und durch direkte Sichtung im Teleskop verifiziert werden.
 
Die drei Planeten des Systems HR8799 in direkter Beobachtung. Sie wurden im Infraroten direkt sichtbar, nachdem mit entsprechenden adaptiven Techniken (Vortex-Koronografie) das Licht des Hauptsterns unterdrückt wurde.
Alternative Infrarotaufnahme mittels Vortex-Koronografie am Hale Teleskop, die die drei massiven Planeten des HR8799 Systems in direkter Beobachtung zeigt. Die überstrahlende Sonne ist unterdrückt. Die Planeten umlaufen ihre Sonne in 24 AE (D), 38 AE (C) und 68 AE (B). Beobachtungen haben gezeigt, dass die Planeten ihre Sonnen im Gegenuhrzeigersinn unmlaufen.

Der äußerste Planet B war bereits 1998 vom Hubble Space Telescope entdeckt worden, die beiden inneren Planeten mit neuen Techniken der direkten Sternbeobachtung im Jahre 2008. Die Planeten D, C und B befinden sich in zwei bis zweieinhalbfacher Entfernung von ihrer Sonne und sind ähnlich angeordnet wie die Planeten Saturn, Uranus und Neptun im Solarsystem. Die Masse von Planet D und C ist knapp unter der 13-fachen Jupitermasse und damit knapp unterhalb der Grenze, bei der die Kernfusion im Inneren anspringen und sie zu Sonnen machen würde. Planet B hat etwa die 6-fache Jupitermasse.

Foto des V342 Pegasi-Systems von Dezember 2010
Foto des V342-Pegasi-Systems vom Dezember 2010. Es sind jetzt vier Planeten entdeckt. (Credits: keckobservatory.org)
Am 8. Dezember 2010 veröffentlichte das Keck-Observatorium die Entdeckung einen vierten planetaren Gasriesen im System HR8799 (== V342 Pegasi) von etwa 7 Jupitermassen. HR 8799e befindet sich mit einer Entfernung von rund 14,5 AE näher an seinem Mutterstern als die anderen drei Planeten. Er umrundet sein Zentralgestirn einmal in rund 50 Jahren und hat mindestens die zehnfachen Masse des solaren Jupiter. Damit gibt es in diesem System vier Über-Jupiterriesen mit zusammengenommen über der zwanzigfachen Masse des gesamten Solarsystems. Dies steht aber im Widerspruch zur Theorie der Planetenentstehung und des Aufbaus von Planetenatmosphären. Es entsteht somit die Frage, ob es sich bei dieser Konfiguration um ein Sonnensystem handelt oder um ein Mehrfachsystem mit einem Hauptreihenstern und vier Braunen Zwergen.




 

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