Opportunity beim Krater Porcupine

zurückgelegte Wegstrecke bis Sol 1863 (Credits: tesheiner bei UMSF)
Mitte April 2009 passierte Opportunity auf dem Weg zum Endziel "Endeavour" den alten und nur noch aus der Luft sichtbaren Krater Porcupine. Der Rover kam trotz massiver Sanddünen recht gut voran. Er fuhr abwechselnd vorwärts und rückwärts, um das Schmiermittel in seinem rechten Vorderrad gleichmäßig zu verteilen und damit einem Festfressen dieses problematischen Rades vorzubeugen. Sollte es jemals dazu kommen, wäre in der Dünenlandschaft südlich des Victoria-Kraters die Reise des Rovers beendet. Bisher war allerdings alles gut gegangen. Der Stromverbrauch zum Drehen des rechten Vorderrades war auf den Normalwert von etwa 0.5 A zurückgegangen. Der Rover hatte die letzten Etappen vorwärtsfahrend zurückgelegt. Dies war mit Autonavigation geschehen, so daß relativ lange Wegstrecken von mehr als 70m pro Tag zurückgelegt werden konnten.

An Sol 1863 fuhr Opportunity von Osten kommend rechts an Porcupine in Richtung Süden vorbei. Der Krater war aus Sicht des Rovers wegen seiner starken Verwitterung und der Füllung mit Sanddünen nicht sichtbar, wie die folgenden Aufnahmen zeigen.
 
Sol 1860
Abb. 1: Blick zurück an Sol 1860
Sol 1861 Blick zurück
Abb. 2: Blick zurück an Sol 1861
Sol 1861 Blick voruas
Abb. 3: Blick voraus an Sol 1861
Abb. 4: Blick vom Standort an Sol 1862 nach Westen auf den östlichen Kraterrand von Porcupine. Der Krater ist stark verwittert und unter dem Sand vom Rover aus nicht auszumachen.
Abb. 5: Wegstrecke bis Sol 1864 (22.04.2009). 130 m Fahrstrecke an diesem Sol. Abb. 6: Blick zurück Sol 1864
Abb. 7: Blick voraus nach Süden an Sol 1864

An Sol 1865 (23. April 2009) fuhr sich der Rover während einer im autonomen Modus absolvierten Vorwärtsetappe ein bisschen fest. So wie es aussah, geschah es am Ende der Fahrt, als sich Opportunity für die nächste Fahrt im Rückwärtsgang umdrehen wollte. Die Sicherheitsautomatik brach die Fahrt wegen durchdrehender Räder ab:
 
Blick voraus an Sol 1865 Blick zurück an Sol 1865
Abb. 8: Blick aus vorderer und hinterer Hazcam an Sol 1865. Opportunity hatte sich festgefahren.
Hintere Spur in 3D
Abb. 9: hintere Spur in 3D. Der Rover war also scharf nach rechts gezogen. Blieb nur zu hoffen, dass die Ursache nicht ein festsitzendes rechtes Vorderrad war ...
Weites Land an Sol 1865
Abb. 10: Trotz aller Sanddünenprobleme: die Landschaft an Sol 1865 blieb sagenhaft. Am Horizont ist ein kleiner Teil des Randgebirges von Endeavour sichtbar.

Am nächsten Sol 1866 konnte schon weitgehend Entwarnung gegeben werden. Gleich beim ersten Versuch, den Rover freizubekommen, gelang es, um 30 cm zurückzusetzen bei einer Durchdrehrate der Räder von 40%. Auch das problematische rechte Vorderrad drehte sich mit, sodass es offenbar keine Blockierung gab, siehe die nächsten beiden Aufnahmen:
 
Spur des linken Vorderrades an Sol 1866 Spur des rechten Vorderrades an Sol 1866
Blick aus der vorderen Hazcam an Sol 1866
Abb. 11: gleich beim ersten Versuch an Sol 1866 gelang es, den Rover wieder freizubekommen. Hier die Spuren beider Vorderräder. Auch das rechte Vorderrad drehte mit, von Blockierung keine Spur.

An Sol 1867 kam der Rover wieder vollständig frei:
 
Panorama Sol 1867: Opportunity war wieder frei
Abb 12: An Sol 1867 kam Opportunity wieder ohne Probleme frei. Blieb die Frage, wieso der Rover plötzlich am Ende von Sol 1865 stark nach rechts gezogen war. (Credits: djellison bei UMSF)
Wegstrecke bis SOl 1867
Abb. 13: zurückgelegter Weg von Opportunity bis Sol 1867 (25. April 2009) Abb. 14: Falschfarbenaufnahme der hinterlassenen Spuren

Die zurückgelegte Wegstrecke des Rovers bis Sol 1867 zeigt die Abbildung 13. Opportunity hatte also trotz des kleinen Malheurs an Sol 1865 keinerlei größeren Probleme und die Schwierigkeiten wie vor vier Jahren bei der Purgatory-Düne traten dieses Mal nicht auf. Die Rover-Fahrer hatten solche Ereignisse mittlerweile gut im Griff.

Die Werte für die Energiesituation waren an Sol 1865 (23. April 2009) wie folgt:  
  • Energieaufnahme: 447 Wh/Tag. (Abnahme gegenüber letzter Woche)
  • Tau-Wert: τ = 0.831 (leichte Verbesserung)
  • Staubfaktor auf den Solarpaneelen: 60.7 % Durchdringung (leichte Verschlechterung)
  • zurückgelegte Wegstrecke: 15.737,1 m
     

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