Krater Resolution und Porcupine

Die 15 km-Marke des Weges von Opportunity war an Sol 1825, dem 12. März 2009, geknackt. Damit war Opportunity jetzt fast zweimal so weit auf dem Mars unterwegs wie sein Pendant Spirit auf der anderen Marsseite mit 7.6 km zurückgelegter Wegstrecke.
 
Ferner Horizont mit den ersten Endeavour Ansichten
Abb 1: Blick rechts vorbei an "Resolution" auf einen Teil des Auswurfmaterials des Kraters. Fern am Horizont lassen sich Teile des Randgebirges von Endeavour erahnen.
Der Blick etwas rechts an "Resolution" vorbei lieferte auch die ersten noch weit am Horizont liegenden Ansichten von Endeavour. Das nebenstehende Bild zeigt eine Farbaufnahme von Opportunity, auf der sich am fernen Horizont in noch etwa 12 km Entfernung die ersten Ausläufer des Randgebirges des Kraters Endeavour mehr erahnen als sehen lassen. Anklicken des Bildes offenbart eine vergrößerte Version, auf der sich mehr erkennen lässt.

Der Rover hatte Mitte März 2009 einige Probleme sowohl mit dem Stromverbrauch seines rechten Vorderrades als auch mit einigen grundlegenden Systembestandteilen. Nach einem Testlauf der Programmroutinen fuhr Opportunity plötzlich in die falsche Richtung ! Eigentlich sollte weiterhin zur Schonung des Rades rückwärts gefahren werden und die geplante Fahrt an Sol 1820, dem 7. März 2009, sollte auch weiterhin rückwärts erfolgen. Doch der Rover fuhr ohne zunächst erkennbaren Grund vorwärts und entfernte sich von seinem Ziel in Richtung Nordwesten, bevor er nach einigen Metern gestoppt werden konnte. Der zunächst überraschend erscheinende Kurswechsel an Sol 1820  (siehe Seite hier) war somit erklärt. In den Folgesols reagierte Opportunity dann wieder normal und fuhr bis Sol 1825 auf seinen alten Spuren wieder zurück bis zum Krater "Resolution".

Bis zur genauen Fehlersuche bewegte sich der Rover nicht weiter und verbrachte einige Sols damit, Bilder seiner Umgebung aufzunehmen. Es entstanden die fogenden Bilder:
 
Übersichtbild
Abb. 2: Übersichtsbild über die Umgebung des Kraters Endeavour. Es sind die Sichtlinien eingezeichnet vom Roverstandort an Sol 1830 auf die in weiter Ferne am Horizont sichtbaren Randgebirge von Endeavour.
nördliches Randgebirge östliches Randgebirge
Abb. 3a: nördliches Randgebirge Abb. 3b: östliches Randgebirge
westliches Randgebirge und Nachbarkrater
Abb. 3c: westliches Randgebirge und Nordrand des Nachbarkraters Iazu

Dies war die Nahsicht auf den kleinen Krater Resolution an Sol 1828:

Übersicht Krater Resolution
Abb 4a: Übersichtbild Abb. 4b: Krater Resolution an Sol 1828
Krater Resolution
Abb 5: Krater Resolution in Farbe (Credits: Damien Bouic)
Instrumentenarm in Aktion Rock Abrasion Tool nach der Arbeit
Abb. 6: Der Instrumentenarm in Aktion auf den Felsen bei "Cook Islands" neben dem Krater "Resolution" Abb. 7: Ergebnis der Instrumentenarmaktivitäten

Am 25. März 2009 war die Energieproduktion auf 336 Wh/Tag gesunken, hauptsächlich wegen der Lichtabschwächung durch mehr Staub in der Atmosphäre. Die atmosphärische Abschwächungsfaktor, der τ-Wert, war auf τ= 1.145 gestiegen. Der Durchlässigkeitsfaktor der auf den Sonnenpaneelen aufliegenden Staubschicht war zu dieser Zeit 0.497, d.h. 49.7% des Sonnenlichtes durchdrang die dünne, aufliegende Staubschicht. Die Gesamtstrecke des bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Mars zurückgelegten Weges betrug 15,051 km.  Die Staubzunahme in der Atmosphäre korrelierte möglicherweise mit einer von Mars Reconnaissance Orbiter Ende März 2009 festgestellten Temperaturerhöhung in der oberen Marsatmosphäre (siehe Newsmeldung hier), die eventuell einen aufziehenden Staubsturm ankündigte. Die Indizien waren gleich wie im Sommer 2007, als ein globaler Sandsturm losbrach, der beide Rover damals ernsthaft gefährdete.

Der aktuelle Mars-Wetterbericht von msss.com vom 1. April 2009 berichtete leider auch über Zunahme der Staubsturmaktivitäten in verschiedenen Bereichen des Mars. Der Planet erreichte am 21. April sein Perihel, d.h. seinen geringsten Abstand zur Sonne, wodurch sich wegen der stark elliptischen Bahn des Mars eine erheblich gesteigerte Sonneneinstrahlung auf der Südhalbkugel einstellte. Es blieb nur zu hoffen, dass es lokal begrenzte Stürme bleiben und sich nicht zu einer globalen Sturmfront entwickeln würden.

Blick auf den hinter dem Rover aufgewühlten Boden
Abb. 8: Falschfarbenbild des hinter dem Rover aufgewühlten Bodens entlang eines Dünenkamms.
An seinem Sol 1845, dem 2. April 2009, gab es ein recht schönes Falschfarbenbild von dem hinter Opportunity aufgewühlten Boden, siehe auch Abb. 14 auf der vorhergehenden Seite, das eindrucksvoll die Tiefe und Konsistenz der Dünen zeigt. Der Rover hatte sich nach über 20 Tagen Stillstand noch nicht weiterbewegt und war mit der Aufnahme eines Farbpanoramas beschäftigt. Vom Aufziehen eines Sandsturmes war bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu sehen.























 
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