junger Kratereinschlag eines fragmentierten Asteroiden

Die Oberfläche des Mars zeigt in der Regel jahrmillionenalte Strukturen mit Spuren von Verwitterung, deren Ursachen ebenfalls schon tausende bis zehntausende Jahre zurückliegen.  Es gibt allerdings auch Strukturen, die - neben den Staubteufeln und Minitornados - sehr viel jüngeren Datums, also quasi "erst gestern" passiert sind. Ein wunderschönes Beispiel zeigt das nächste Bild: zwischen Mai 2003 und September 2007 muss ein Asteroid auf dem Mars eingeschlagen sein, der sich vor dem eigentlichen Aufprall durch Wechselwirkung mit der Marsatmosphäre in hunderte kleinere Fragmente zerlegt hat, die alle getrennt in einem relativ nahen Bereich auf der Oberfläche niedergegangen sind:
 
Abb. 1:  Einschlagstelle eines zerplatzten Asteroiden bei 8.6° Nord, 46.8° Ost, der direkt vor dem Aufprall in Hunderte Einzelteile zerfallen ist und so eine Art Schrotschußeffekt hervorgerufen hat.  Aufgrund der seit vielen Jahren im Marsorbit befindlichen Orbiter kann man definitv nachweisen, dass dieser Einschlag zwischen Mai 2003 und September 2007 erfolgt, also sehr jungen Datums ist. Die NASA-Originalveröffentlichung "Bolide Breakup and Impact (ESP_011618_1885)" ist hier.
Abb. 2: vergrößerte Abbildung. Bemerkenswert an diesem Bild ist die gerade Linie zwischen den beiden größeren Einschlagkratern im oberen Bereich. Es müssen sich zwei etwa gleichgroße Bruchstücke gebildet haben, die direkt nebeneinander in ein paar Dutzend Metern Entfernung niedergegangen sind. Beim gleichzeitigen (!) Einschlag hat die enstehende Druckwelle genau zwischen beiden Kratern die Oberfläche vom losen Staub freigeputzt und dabei eine gerade Linie hinterlassen. Cool ! Wäre der Asteroid 2007 WD5 seinerzeit am 30. Januar 2008 auf dem Mars eingeschlagen, dann hätte es vermutlich einen ähnlichen Kratereinschlag gegeben, den Spirit hätte sehen können.
Haupteinschlagkrater
Abb. 3: der rechte der beiden größten Einschlagkrater in höchstmöglicher Auflösung.

Die Aufnahmen sind am 17. Januar 2009 um 15:46 Uhr lokaler Marszeit aus einer Höhe von 273.6 km gemacht. Die Sonne stand zu dieser Zeit 32° über dem Horizont und beleuchtet die Szene von links. Zur Aufnahmezeit herrschte Herbst auf der Nordhalbkugel, und dieses Datum entspräche auf der Erde so etwa dem 20. Oktober.

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