erste Eindrücke vom Landegebiet

Phoenix landete am 26. Mai 2008 um 01:53 MESZ Uhr mit 11s Verspätung gegenüber dem Zeitplan. Es war eine Bilderbuchlandung ohne Probleme. Der einzige Punkt, der einer späteren Untersuchung unterzogen wurde, war ein um 6.5s verspätet entfalteter Fallschirm. Erste Triangulationsmessungen des Phoenix Carriersignales mit den überfliegenden Orbitern ergab eine Abschätzung des genauen Landepunktes hart am Rande der Landeellipse, die im Vergleich zu der Genauigkeit der bisherigen Landungen (siehe Abb. 6 auf der vorherigen Seite) etwas aus dem Rahmen fiel:
 
Landepunkt
Abb. 1: Erste Abschätzung des genauen Landepunktes. Phoenix ist irgendwo im roten Kreis gelandet mit dem Mittelpunkt hart am Rande des 3σ-Bereiches der Landeellipse. Die roten und grünen Kästchen sind die Fotobereiche der Orbiter MRO und Odyssey direkt nach der Landung von Phoenix, in dem versucht wurde, das Raumschiff auf der Oberfläche zu fotografieren. Wegen der Kursabweichung dürfte hier aber Phoenix noch nicht im Bild sein !

Phoenix war im roten Kreis der Abildung 1 gelandet, was durch spätere Fotos der überfliegenden Orbiter noch nachzuweisen war. Es gab bei der Landung eine Premiere: zum ersten Mal überhaupt wurde das landende Raumschiff von den überwachenden Orbitern aus fotografiert ! Das nächste Bild zeigt das von MRO geschossene Foto von Phoenix an seinem Überschallfallschirm hängend, das kurz nach Entfaltung des Bremsfallschirms aufgenommen worden war:
 
Phoenix am Fallschirm
Abb. 2: Phoenix, fotografiert von MRO kurz nach Entfaltung des Bremsfallschirms. Das erste Foto eines Raumschiffs beim Abstieg in der Atmosphäre eines anderen Planeten ! in Klick auf das linke Bild liefert eine größere und rauschbereinigte Version.

Das Bild zeigt Phoenix an seinem Fallschirm hängend aus einer Entfernung von 760 km aufgenommen von MRO. Zu diesem Zeitpunkt war der Lander noch etwa 10 km hoch und flog mit 1.7 facher Schallgeschwindigkeit. Hier die ersten Bilder des Landers:
 
Das allererste Phoenix-Foto auf dem Mars
Abb. 3a: Landebein von Phoenix in 3D. Man sieht mit einer rotgrün-Brille deutlich, dass das Bein geringfügig in den Boden eingesunken ist und sich dieser in (Eis-?) Schollen unter dem Gewicht des Landers verdichtet hat. Abb. 3b: Kontrollfoto der ausgefahrenen Solarpaneele. Alles ok, die Stromversorgung war gesichert.
Erstes Farbfoto an Sol 0
Abb. 3c: Erstes Farbfoto nach der Landung. Phoenix war auf einer weiten Ebene gelandet. Das Oberflächeneis ist offenbar schon komplett verschwunden. Wegen des Landeortes nördlich des Polarkreises geht im Marssommer die Sonne nicht unter.

Direkt nach der Landung wurden die verschiedenen Instrumente aktiviert und gecheckt und vor allen Dingen das Ausfahren des Probenarms vorbereitet. Außerdem arbeitete die NASA fieberhaft daran, die genaue Position des Lander zu bestimmen. Letzteres war 22 Stunden nach der Landung geschafft, wie das nächste Bild zeigt:
 
Phoenix auf dem Mars fotografiert von MRO
Abb. 4: Nur 22 h nach der Landung war die genaue Position des Landers bestimmt und es gelang MRO mit seiner HiRise-Kamera, ein Farbfoto des Landers auf der Marsoberfläche zu schiessen. Das Bild zeigt den Lander mit ausgefahrenen Solarpaneelen. Er hatte in leicht schräger West-Ost-Richtung aufgesetzt.

zurück zu "Phoenix Landung"
zurück zu Phoenix Übersichtweiter zu "Oberfläche I"