Marsmonde und MRO

Am 23. März 2008 fotografierte MRO den inneren und größeren der beiden Marsmonde, Phobos, in bisher nie erreichter Detailtreue. Die Aufnahmen von diesem 27x19 km durchmessenden Mond gelangen aus einer Entfernung von nur 5.800 km.

Die folgenden Bilder sind Ausschnitte aus der Originalveröffentlichung "Phobos imaged by HiRISE" des HiRise Operation Centers von Mars Reconaissance Orbiter, dem Betreiber der Hochauflösungskamera an Bord des Orbiters.
 
Abb. 1: Der Marsmond Phobos aufgenommen am 23. März 2008 von Mars Reconnaissance Orbiter aus einer Entfernung von 5.800 km mit einer Auflösung von 5.8 m/Pixel. Die Farben sind synthetisiert aus dem infraroten, roten und blaugrünen Filter der HiRISE-Kamera, sodass die Farben zu längeren Wellenlängen verschoben sind, d.h. roter erscheinen, als sie das menschliche Auge wahrnehmen könnte. Der um den mit 12 km Durchmesser größten Krater "Stickney" liegende Bereich der Auswurfzone erscheint deutlich grauer als der Rest des Mondes. Phobos bewegt sich auf seiner Umlaufbahn um den Mars sehr nahe am Roche-Radius, wo sich ein Satellit durch die Gezeitenkräfte der Gravitation zerlegen würde. Man sieht deutlich die Kräfte, die an Phobos zerren: Um den Mondäquator herum ziehen sich breite Dehnungsstreifen, die darauf hindeuten, dass Phobos irgendwann in seiner weiteren Geschichte zerstört werden könnte.

Hier ein auf den Krater Stickney konzentrierter Ausschnitt, der durch Variation der Filter-Wellenlängen weitere Details aus der Mondoberfläche herausarbeitet, als sie das nackte menschliche Auge sehen könnte.

Abb. 2: Fantastischer Blick auf den 12 km durchmessenden Krater Stickney auf dem Marsmond Phobos. Beim Einschlag des Meteors auf dem kleinen Marsmond dürfte Phobos kurz vor der Vernichtung gestanden haben. Die Farben sind aus den verschiedenen Filtersätzen des Orbiters so kombiniert, dass sie feine Details aus der Oberfläche herausarbeiten, die so für das nackte menschliche Auge nicht sichtbar wären. Besonders in der durch Klicken auf das Bild erscheinenden Vergrößerung sind fantastische Details zu erkennen.

Es gibt weitere Fotos von diesem Marsmond aufgenommen von Mars Express, dem Marsraumschiff der ESA, siehe hier.

Am 21. Februar 2009 machte MRO Bilder vom kleineren und 15 × 12,2 × 11 km durchmessenden Marsmond Deimos, der in 23.459 km Entfernung vom Mars seine Bahnen zieht. Wegen seiner Entfernung ist er von den bisher im Marsorbit operierenden Orbitern nicht eingehend studiert worden, sondern es wurden meist nur Fotos en passant im Vorbeiflug zum Marsorbit aufgenommen. Daher ist viel weniger über ihn bekannt als von seinem größeren Bruder Phobos, der sich in 9378 km Entfernung vom Mars befindet und daher eher in Reichweite der Orbiterkameras 300 km über der Marsoberfläche ist: Es gibt bisher nur einige wenige Bilder von Deimos von Mars Express und den früheren Marsraumschiffen. Der Mond ist daher eine "terra incognita", wenig ist von seiner Oberfläche bekannt.

Deimos
Abb. 3: Der Marsmond Deimos, aufgenommen mit etwa 5,5h Unterschied am 21. Februar 2009. Das Originalbild ist so gedreht, dass der Nordpol oben ist und der Äquator in der Mitte. Die Rotation von Deimos ist wie die von Phobos mit dem Mars synchronisiert, sodass er ihm immer die gleiche Seite zuwendet. Daher kann ein Raumschiff im Marsorbit immer nur diese Seite sehen und die Rückseite von Deimos ist nahezu unbekannt. (Credit: NASA / JPL / UA)


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