Standort von Phoenix aus dem Orbit

Am 26. Mai 2008 gelang während der Landung des Phoenix-Marslanders morgens um 01:35 Uhr MESZ Erdzeit ein bis dahin noch nie dagewesenes Foto: das landende Raumschiff im Flug direkt nach Absprengung des Hitzeschildes am Fallschirm hängend ! Noch grandioser wurde das Foto dadurch, dass Phoenix gegen den Hintergrund des die Szenerie beherrschenden Kraters Heimdall fotografiert werden konnte. Die Originalveröffentlichung ist hier.
 
Krater Heimdall mit landendem Phoenix im Vordergrund
Abb. 1: MRO hatte zusammen mit Mars Odyssey den Auftrag, die Landung von Phoenix zu überwachen und zu dokumentieren. Dabei gelang ein wohl historisches Foto: das landende Raumschiff an seinem Landefallschirm hängend vor einer prächtigen Hintergrundkulisse, dem 10 km durchmessenden Krater Heimdall, etwa 20 km nördlich des späteren Landepunktes gelegen. Das Foto wurde gegen 01:35 Uhr am Morgen des 26. Mai 2008 geschossen. Phoenix befand sich zu der Zeit noch in 13 km Höhe, der Fallschirm hatte sich einige Sekunden vorher geöffnet. Die Entfernung von MRO zum Lander betrug 760 km, der Orbiter flog zu der Zeit in 310 km Höhe mit einer Geschwindigkeit von 3.4 km/sec. Das Foto war ein Glückstreffer. Man hatte zwar versucht, Phoenix irgendwie ins Bild zu bekommen, aber das Ergebnis übertraf dann alle Erwartungen.

Lander und HitzeschildDas nebenstehende Bild zeigt einen vergrößerten Ausschnitt aus dem obigen Foto der Abb. 1. Man sieht  hier gegen den rauhen, teilweise noch mit Resteis überzogenen  Hintergrund des Kraters Heimdall das Raumschiff an seinem Fallschirm hängend unmittelbar nach Abtrennung des Hitzeschildes. Letzterer ist rechts neben dem Lander im freien Fall gegen den Hintergrund des Kraters Heimdall als kleiner schwarzer Punkt zu erkennen. Grandios  !
Das Foto war ein reiner Glückstreffer, denn MRO musste die Eigenbewegung und die Bewegung des Landers bei der Motivnahme berücksichtigen und die Kamera während der Aufnahme entsprechend nachführen. Der Kurs und die Geschwindigkeit von MRO war zwar bekannt, aber der genaue Kurs von Phoenix und vor allen Dingen seine genaue Geschwindigkeit zum Zeitpunkt der Aufnahme war unbestimmt, da während der heissen Phase der Landung keine Funkverbindung mit dem  Raumschiff bestand und der Kurs nur geschätzt werden konnte.

Nach der Landung von Phoenix gelang dann recht schnell ein Foto des gelandeten Raumschiffs:
 
Phoenix auf der Marsoberfläche
Abb. 3: Phoenix und seine vor der Landung abgetrennten Bestandteile auf der Marsoberfläche. Man sieht oben den Lander mit seinen schon ausgeklappten Sonnenzellen. Das Raumschiff war fast genau in West-Ost Richtung gelandet. Mit seinem Instrumentenarm konnte auf der Nordeite gegraben werden. Die Oberfläche ist durch die Landetriebwerke um den Lander herum etwas verfärbt. Rechts in der Mitte des Bildes ist der niedergegangene Hitzeschild zu sehen. Er hat einen kleinen Krater gerissen. Dieser ist schwarz, was angesichts des später direkt unter der Oberfläche gefundenen Eises etwas verwundert. Unten ist die Backshell mit angehängtem Landefallschirm zu sehen. Sie ist offenbar sehr viel sanfter am Fallschirm hängend gelandet. Das Einschlagmal ist nur sehr gering ausgebildet.
Phoenix Lander Phoenix Hitzeschild Phoenix Backshell
Abb. 3a: Lander Abb. 3b: Hitzeschild Abb. 3c: Backshell mit Fallschirm
Verwunderlich bei der Phoenix-Landung war, dass trotz der Trennung der einzelnen Raumschiffkomponenten in teilweise mehreren Dutzend Kilometern Höhe, die Einzelteile nur etwa 300 m voneinander auf dem Boden niegergingen.

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