Im Krater Erebus

Opportunity erreichte Anfang November 2005 den Rand des Kraters Erebus. Der Rover hatte von Norden kommend den nördlichen Kraterrand wegen sehr hoher Dünenfelder in diesem Bereich in Richtung Westen umfahren müssen und näherte sich zu diesem Zeitpunkt um Sol 630 herum einem freiliegendem Felsengebiet des Kraterrandes. Das folgende Bild zeigt die Karte der Annäherung
 
Abb. 1a: Übersichtskarte an Sol 630 Abb. 1b: Übersichtskarte an Sol 656

Die rosafarbenen Bereiche in dieser Karte bezeichnen Dünenfelder, die Opportunity umfahren musste. Der Rover war bereits an Sol 448 im April 2005 in einem solchen Dünenfeld auf seinem Weg zu Erebus steckengeblieben und konnte erst nach mehr als 6 Wochen wieder daraus befreit werden. Daher vermied Opportunity jegliche höheren Sanddünen und navigierte seit dieser Zeit sehr vorsichtig. Die folgenden Bilder zeigen die Gegend rings um das Raumschiff am 08. November 2005, als sich der Rover durch die bei Sol 627 erreichte "Nord-Süd-Strasse" durch die Dünen dem hellen Kraterbereich etwa 50 m weiter südlich angenähert hatte. Die Bilder zeigen beginnend mit dem Blick aus der Annäherungsrichtung nach Norden einmal gegen den Uhrzeigersinn herum die Aussicht des Rovers zu diesem Zeitpunkt:
 
 
Opportunity hatte von Norden kommend eine kleine Düne langsseits passiert. Die Spur zeigt, wie weit der 180 kg schwere Rover mit seinen Rädern einsank.
 
 
 
 
die Dünen voraus mussten vom Rover umfahren werden

Der Rover befand sich zum Aufnahmezeitpunkt im Innern des Kraters an seiner nordwestlichen Ecke. Aufgrund der zahlreichen geschichteten Felsstrukturen war diese Gegend, genauso wie die Abbruchkante des Kraterrandes weiter südlich im Bereich Mogollon Rim und Payson (siehe Kartenübersicht oben) eine wahre Fundgrube, die die Aufmerksamkeit der Geologen auf sich zog. Ein Blick in den Krater am 16. November 2005 zeigt das folgende Bild:
 
Blick in den Krater
Abb. 2: Blick in den Krater Erebus von Norden her

Das Bild zeigt im Vordergrund den Krater im Bereich Payson (siehe Bild oben auf der Seite), links oben im Hintergrund ist die Mogollon Rim zu sehen. Der Rover hatte sich im Vergleich zu Anfang November schon ein ganzes Stück in den Krater hineinbewegt, siehe  zum Vergleich auch hier. Der Krater insgesamt ist sehr flach und in großen Bereichen von kleineren und auch größeren Dünen gefüllt. Der Felsboden liegt nur in kleinen Bereichen offen zutage. Besonders plastisch und eindrucksvoll ist ein Blick auf die Sanddünen im Innern des Kraters bei tiefstehender Morgensonne am 21. November 2005:
 
Abb. 3: fantastischer Dünenblick in Schwarzweiss und in Farbe

Diese Dünen gilt es, zu überwinden oder zu umfahren, um Erebus durchqueren zu können. Der Rover fuhr sehr vorsichtig nur in kleinen Wegstücken vorwärts, um rechtzeitig reagieren zu können falls eine Sandwelle sich als problematisch erweisen sollte. Der Rover hatte sich dabei durch schweres Gelände zu kämpfen, wie auch das folgende Bild von Anfang Dezember 2005 (~Sol 660) zeigt:
 
in der Bewegung erstarrtes Dünenmeer
Abb. 4: in der Bewegung erstarrtes Dünenmeer

Erebus war für die Geologen sehr interessant, da sich hier offen zutage liegende Schichtstrukturen befanden, die sich mit dem Instrumentenarm des Rovers detailliert untersuchen liessen. Opportunity kam deshalb zu dieser Zeit auch nur sehr langsam voran. Ein Beispiel für die geologisch sehr interessanten Strukturen zeigen die folgenden Bilder:
 
Abb. 5a: Schichtstrukturen im vorderen Bereich Abb. 5b: Mini-Klippen
 Abb. 6: ungewöhnlicher Steinhaufen hinter der Klippe

Am 25. November 2005 kam es zu einem Ausfall des Instrumentenarms. Der Rover sollte die im obigen Bild rechts sichtbaren Miniklippen mit seinem Instrumentensatz über mehrere Tage hinweg untersuchen, jedoch hatte einer der Servomotoren im Instrumentenarm einen Ausfall und verhinderte das korrekte Ausfahren des Arms aus seiner fixierten Stauposition, in der er während der Fahrt des Rovers verharrt. Die Analysen der Bodenkontrolle auf der Erde führten bis zum 01. Dezember 2005 noch nicht zu einer Lösung des Problems. Die NASA ging von Degradationserscheinungen des für die Armbewegung verantwortlichen Elektromotors aus, hervorgerufen durch die mehr als siebenfache Einsatzzeit des Rovers im Vergleich zu seiner ursprünglichen Aktivitätsperiode. Nichtsdestotrotz fuhr der Rover trotz des Instrumentenarmproblems mit seinen weiteren Aufgaben fort und untersuchte die Umgebung mit seinen anderen Instrumenten. So sah die Mogollon Rim aus, eine Abbruchkante im südwestlichen Bereich des Erebus-Kraters. Diese war das nächste Ziel von Opportunity:
 
Mogollon Rim
Abb. 7: Mogollon Rim, die südwestliche Kante des Kraters Erebus

Am 1. Dezember 2005 nahm der Rover diesen schönen Sonnenuntergang im Erebus-Krater mit Blick nach Westen auf. Das rechte Bild zeigt den bisher zurückgelegten Gesamtweg und die Lokation des Rovers Anfang Dezember im größeren Kontext des Weges zum weiter südlich gelegenen größeren und tieferen Krater Victoria, zu dem bis dahin etwa zwei Drittel des Weges zurückgelegt waren:
 
Sonnenuntergang
Abb. 8: Sonnenuntergang über Erebus Abb. 9: Orbitalfoto des Gesamtweges von Opportunity

An Sol 666, dem 8. Dezember 2005, ließ sich nach eingehenden Tests auf der Erde der fehlerhafte Motor des Instrumentenarms durch Vergrößern des für den Betrieb notwendigen Stroms zum erstenmal wieder einschalten. Der Motor wurde gebraucht, um den Arm aus seiner Stauposition, die er während der Fahrt des Rovers einnahm, herauszubewegen. Weitere Tests zur Verhaltenscharakteristik des Motors fanden in den darauffolgenden Tagen statt. Die Ingenieure gingen von einem gebrochenen Kabel aus, wodurch der Motor den Instrumentenarm nur noch in drei von vier möglichen Richtungen bewegen konnte. Die Reparatur war nicht von Dauer. Im Mai 2008 fiel der Motor des Instrumentenarm-Schultergelenks endgültig aus.

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