Spirit auf dem Weg zum McCool Hill

Ab dem 17. März 2006 wande sich Spirit von der etwa zur Hälfte umrundeten Home Plate ab und nahm neuen Kurs hin zur Basis des etwa 120m entfernten McCool Hills, eines der Berge, in denen sich das Raumschiff seit seiner Landung bewegte. In etwa 100 Marstagen begann der Wintersonnenwechsel am Standort des Rovers auf dem Mars, was aufgrund der bis dahin noch tiefer stehenden Sonne zu zunehmender Beeinträchtigung der Energieversorgung von Spirit führen würde. Deswegen war geplant, den Rover relativ schnell auf die im Südosten von der Home Plate gelegenen Berghänge zu positionieren, was wegen der dann vorherrschenden Neigung der Sonnenzellen des Rovers nach Norden die Situation verbessern sollte.

Als Übersicht zeigt die Abbildung 1 den Standort des Rovers aufgenommen aus dem Orbit an Sol 810, dem 14. April 2006 (Klicken auf das jeweilige Bild liefert eine vergrößerte Ansicht):
 
Wegeplan bis Sol 802 Detailausschnitt
Abb. 1: Spirits Weg von der Home Plate nach Südosten auf den McCool Hill zu

Abbildung 2 zeigt den Weg von Spirit, den dieser nach Verlassen des Husband Hill in Richtung auf die Home Plate und den McCool Hill genommen hat. Der Beobachter dieses aus Aufnahmen des Rovers zusammengestellten Bildes befindet sich virtuell auf dem östlichen Rand des Husband Hill und schaut nach Südosten.
 
Weg von Sol 700 bis Sol 802 entlang der Home Plate
Abb. 2: Weg von Spirit jenseits der Home Plate

Im nächsten Bild der Abbildung 3 sieht man den Blick zurück vom fahrenden Rover auf die südöstliche Kante der Home Plate:
 
Blick zurück auf den Rand der Home Plate
Abb. 3: Der Blick zurück auf die Home Plate

Zu genau dieser Zeit blockierte leider das rechte Vorderrad des Rovers endgültig. Es war schon seit Juni 2004 mehrfach durch Probleme aufgefallen (siehe z.B. hier),  hatte jedoch durch geeignete Maßnahmen von der Erde aus immer wieder in Betrieb gehalten werden können. Diesmal schien es wohl endgültig zu sein: das Rad drehte sich nicht mehr mit. Wegen des engen Zeitplans zum Fuß des McCool Hill blieb nichts anderes übrig, als den Rover herumzudrehen und unter Nachschleifen des festsitzenden Vorderrades weiter zu fahren. Da man nun öfters die Fahrt unterbrechen musste, um nachzusehen, ob eventuell das Rad größere Steine oder Felsbrocken mitschleifte oder die anderen Räder wegen des erhöhten Widerstandes durchdrehten und der Rover sich festfuhr, konnte man nun nur noch mit Tagesstrecken von etwa 10 m/Tag rechnen. Dies war wegen des hereinbrechenden Winters wie schon beschrieben problematisch.

Im Folgenden nun zwei Bilder, die die Probleme des Rovers verdeutlichten:
 
Schleifspuren des defekten Vorderrades Schleifspuren des defekten Vorderrades
Abb. 4: Spuren des rückwärtsfahrenden Rovers mit nachschleifendem Vorderrad

Im März 2006 war der Lichteinfall aufgrund des heranziehenden Winters am Standort des Rovers gegenüber Mitte Februar um 15% gesunken und insgesamt nur noch etwa 50% so stark wie im Hochsommer. Der Rover konnte zu diesem Zeitpunkt wegen Strommangels nur noch etwa 1h pro Tag fahren. Durch die Notwendigkeit für häufigere Checks wegen des defekten Vorderrades und damit einhergehender kürzerer Tagesetappen war das Ziel, die schrägen Hänge des McCool Hill, noch 15-20 Tage entfernt. Dem Rover drohte, der Strom auszugehen, somit war ein ernstes Problem entstanden.

Zu allem Ungemach lag ein feinsandiges Gelände voraus, und der Rover musste aufpassen, sich nicht mit durchdrehenden Rädern tief in den losen Untergrund hineinzuwühlen und steckenzubleiben. Die beiden nächsten Bilder vom 21. März 2006 (Sol 787) dokumentieren dies. In einer Kurve, kam Spirit schon leicht ins Rutschen.
 
Spuren in schwierigem Gelände Spuren im Sand
Abb. 5: Probleme im tiefen Sand mit durchdrehenden Rädern

Am ersten Aprilwochenende wurde das Erreichen des McCool-Berges aufgegeben. Der Rover hatte sich zu diesem Zeitpunkt in weichem Sand bewegt und dabei mit dem festsitzenden Vorderrad tiefe Furchen in den Boden gezogen. Durch den erhöhten Fahrtwiderstand drehten sich die übrigen 5 Räder sehr leicht durch, wodurch der Zeitplan für die täglichen Fahrtstrecken nicht mehr einzuhalten waren. Die nächsten beiden Bilder dokumentieren das Wendemanöver. Durch die Notwendigkeit, nach jedem kleineren Wegstück nachschauen zu müssen, ob eventuell ein kleinerer Stein oder Felsbrocken beim festsitzenden Rad mitgeschleift wurde, dauerte dieses Wendemanöver mehrere Tage.
 
Wendemarken im Sand Wende !
Abb. 6: Blick aus der Bugkamera auf die alten Spuren nach dem Wendemanöver mit McCool Hill im Hintergrund Abb. 7: Der Blick voraus zurück auf die Home Plate. Aufgenommen mit der Heckkamera
 

Am 10. April (Sol 804) hatte der Rover die Wende geschafft und sich ein Stück aus dem gefährdeten Bereich herausbewegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Home Plate fast wieder erreicht. Abbildung 8 zeigt mit Blick nach Südosten die Problemzone. Im Hintergrund der Wendebereich mit den hellen Sulfatsalzen, in denen sich der Rover ein bisschen festgefahren hatte. Sie liegen verdeckt in einem kleinen, mit Sand aufgefüllten Krater, in den der Rover ursprünglich von links kommend hineingefahren war.
 
Blick auf Mc Murdo
Abb. 8: Blick nach Südosten auf die alten Roverspuren am Überwinterungsplatz - Mc Murdo



zurück zu "Home Plate"zurück zu Inhaltsangabeweiter zu Low Ridge Haven