Spirit am Fuss der Columbia Berge

Anfang Juni 2004 - um Sol 145 herum - hatte sich Spirit auf weniger als 500 m an die Basis der Columbia-Berge angenähert. Das Gelände wurde hier wieder etwas rauher und die automatische Navigation war des öfteren nicht in der Lage, einen Weg um die größeren Felsbrocken herum zu finden. Darum wurde der Rover meist von der Erde aus nach Sicht gesteuert, was die zurückgelegte tägliche Wegstrecke deutlich verkürzte und selten an mehr als 30-50m pro Tag herankam.

Das nächste Bild zeigt die Lage der Columbia-Berge im Kontext der weiteren Umgebung um den Landeort des Raumschiffes herum, der etwa 2 km westlich des Zentrum der Columbia Berge beim Krater Bonneville  liegt, siehe auch hier. Dieses Bild ist genauso wie das nächste vom Orbiter Mars Odyssey aus aufgenommen, der zusammen mit dem älteren Orbiter Mars Global Surveyor als Funkrelaisstationen des Rovers mit der Erde diente.
Blick aus dem Orbit auf das Zentrum des Gusev Kraters
Dieses Bild zeigt die Draufsicht mit markierten Details, die sich Spirit näher ansehen sollte. Der Rover stößt auf die Berge im oberen Drittel des Bildes von links (Westen) dort, wo die Ausbuchtung nach Westen, die "West Spur" liegt.
Blick von Süden auf die Columbia Hills mit Wegstrecke von Spirit
Hier der Weg von Spirit seit der Landung Anfang Januar 2004 mit den einzelnen Tagesetappen. Die Ankunft im Bereich "West Spur" erfolgte an Sol 155, dem 155. Tag des Landers auf der Marsoberfläche nach einem Weg seit der Landung von etwas über 3 km.
Wegeplan des Rovers
... und aus der Sicht des Rovers an Sol144, dem 04. Juni 2004, sahen die Columbia-Berge aus knapp 500 m so aus:
Blick auf den Husband Hill
Auf dem Scheitelpunkt des "Talus Slope" liegt der "Lookout Point", von dem aus Spirit eine spektakuläre Sicht auf das Columbia "Inner Basin" haben sollte. Am 09. Juni 2004 erreichte Spirit den mit "West Spur" bezeichneten Bereich der Columbia-Berge und hatte damit seine Traverse beendet. Dem Rover boten sich folgende spektakuläre Ansichten:
Blick nach Norden beim Aufstieg zur West Spur Blick nach Osten beim Aufstieg zur West Spur Blick nach Süden beim Aufstieg zur West Spur
Nach Untersuchung einiger interessanter Felsen am Fuß der "West Spur" fuhr der Rover direkt nach Osten (siehe mittleres Bild) auf diese Bergformation hinauf, um dort interessante Felsauf- und - abbrüche zu finden und zu untersuchen. Danach stiess er über den Gipfel hinweg weiter nach Osten oder Süden vor.

Ein spektakuläres Bild des Rovers vom 26. Juni 2004 zeigt die Ebenen des Mars in ihrer ganzen Weite: vom Bereich "West Spur" am Fuße der etwa 300m hohen Columbia-Berge aus geht der Blick nach Südwesten. Man sieht einen etwa 20 km entfernten Krater in seiner ganzen Ausdehnung (siehe auch Bild auf dieser Seite ganz oben) und im Hintergrund im Dunst des späteren Marstages, etwa 80 km entfernt, die Ränder des Gusev-Kraters. Sie sind etwa 2 km hoch ! Der   abfallende Bereich des Landekraters am linken Bildrand senkt sich ab zur Öffnung des Ma'Adim-Tals, aus dem der Gusev Krater - so eine Vermutung - in früherer Zeit durch einen breiten Strom aus Richtung Süden bewässert wurde, siehe auch das Übersichtsbild des Gusev Kraters. Ein anderes ähnliches Foto vom März 2004 vom Rand des Kraters Bonneville aus an Sol 94 aufgenommen zeigt die entsprechende abfallende Flanke auf der anderen Seite des Ma'Adim-Tals in 80 km Entfernung vom Landeort.
Blick nach Süden auf den 80 km entfernten Rand des Gusev Kraters
Ende Juni 2004 zeigten sich an Spirit nach einem insgesamt zurückgelegten Fahrweg von mehr als 3,5 km auf der Marsoberfläche erste Alterungserscheinungen. Die NASA teilte mit, dass der Stromverbrauch des rechten vorderen Rades um den Faktor drei gegenüber dem Wert der anderen Räder angestiegen sei, ein ersten Indiz für Degradationserscheinungen der Mechanik der Räder.

Im Laufe des Monats Juli nahmen diese Ausfallerscheinungen zu, es mußte immer mehr Strom aufgewendet werden, um das rechte Vorderrad noch drehen zu können. Statt wie im Normalfall etwa 0.2 A mußten mehr als 0.8 A Strom aufgewendet werden, um das Rad noch drehen zu können. Reparaturversuche durch Erwärmen und Manipulationen an der Schmierung hatten nur beschränkten Erfolg, der Stromverbrauch für das rechte Vorderrad ließ sich nur auf etwa 0.5 A verringern. Für den Aufstieg auf die West Spur, immerhin etwa 100 m Höhenunterschied, wurde beschlossen, den Rover nur noch mit den verbliebenen 5 Rädern zu bewegen und das defekte Rad nur in Notfällen, wenn es das Gelände erfordern würde, mitzudrehen. Dies bedeutete natürlich auch, daß Spirit mit einem blockierten Rad nicht mehr genau gesteuert werden konnte. Außerdem bewegte sich der Rover nur noch rückwärts, um das beschädigte Rad quasi hinterherziehen zu können. Das nächste Bild zeigt den Effekt:
Schelifspur des blockierten rechten Vorderrades
Hier das Ziel des Aufstiegs: der Gipfel der "West Spur". Ob der Rover es bis dahin noch schafft ?
Blick nach Osten auf den Gipfel der West Spur
Ja! Das nächste Bild zeigt den Blick vom Gipfel der "West Spur" etwas links vom "matterhornförmigen" Gipfel aus in Richtung Süden. Spirit befindet sich hier etwa 40 m "über Grund" des Gusev-Kraters. Das Bild ist aufgenommen am 01.08.2004. Im Hintergrund sieht man die Ebene des Gusev Kraters und am Horizont, etwa 80 km entfernt, ist die etwa 2 km hohe Kraterwand des Gusev-Kraters sichtbar - phantastisch ! (Ein Klick auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version)
Blick über den Gipfel der West Spur nach Süden auf den Rand des Gusev Kraters


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