MEX Globale Ansichten

Die ESA hat nach einiger Verspätung und dadurch bedingter PR-Probleme im Vergleich mit der NASA und deren zeitgleich stattfindende Mars Rover-Begeisterung am 23. Januar 2004 endlich nachgelegt und einige sehr spektakuläre Bilder veröffentlicht, die die Qualität und die Leistungsfähigkeit der Kameras an Bord von Mars Express eindrucksvoll demonstriert. Alle Bilder sind von der ESA und können im Original z.B. hier im Institut für Planetenforschung des DLR angeschaut werden.

Eis am Mars SüdpolDer erste wirkliche Beweis für Wasser auf dem Mars ! Mars Express hat diese Aufnahme am 18. Januar 2004 mit seinem Omega IR/Visible-Spektrometer gemacht, welches - neben dem Marsis-Radar -  Wasser auf dem Mars direkt aufspüren kann. Es zeigt einen Streifen des Mars-Südpols und daran angrenzende Gebiete. Das rechte Bildabschnitt zeigt das im Sichtbaren vorliegende Bild, das mittlere Drittel zeigt das vorhandene Kohlendioxid-Trockeneis und das linke Drittel zeigt Wassereis !  Je dunkler und blauer die Bereiche, desto höher die Konzentration des jeweils gemessenen Stoffes, je roter desto geringer. Wie man sieht, ist die CO2-Konzentration (Mitte) höher als die Wasserkonzentration (links), aber nichtsdestotrotz besteht ein großer Teil der Polkappe aus Wassereis.
tektonische Verschiebungen im Valles MarinerisDiese Aufnahme wurde in Farbe und 3D von der HRSC während des 18. Orbits von Mars Express am 14. Januar 2004 aus einer Höhe von 275 Kilometer aufgenommen. Das Gebiet befindet sich südlich der Schluchten des Valles Marineris, des größten Canyons im Sonnensystem, bei etwa 15 Grad südlicher Breite und 323 Grad östlicher Länge. Die abgebildete Fläche hat einen Durchmesser von etwa 50 Kilometer und wurde mit einer Bildauflösung von 12 Meter pro Pixel aufgenommen. Zu sehen ist eine von tektonischen Verschiebungen und “karstartigen” Verwitterungsprozessen gestaltete Landschaft aus der Vogelperspektive. Norden ist oben im Bild. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version vom DLR.



Tafelberg am Ostrand des Valles MarinerisDieses Bild wurde von der HRSC in Farbe und 3D während des 18. Marsorbits am 14. Januar 2004 aufgenommen. Es zeigt einen Tafelberg in den sog. “chaotischen Terrains” am Ostrand der Valles Marineris, des größten Canyons im Sonnensystem. Vor langer Zeit kollabierte das gesamte Gebiet, als vermutlich riesige Wassermengen im Boden mobilisiert wurden und in Richtung der nördlichen Tiefebenen auf dem Mars katastrophenartig abflossen. Der große Krater im Hintergrund hat einen Durchmesser von 7,6 Kilometer und eine Tiefe von 800 Meter. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version vom DLR.


chaotisches Terrain im Valles MarinerisDieses Bild wurde von der HRSC in Farbe und 3D während des 18. Marsorbits am 14. Januar 2004 aus einer Höhe von 275 km aufgenommen. Es zeigt ebenfalls einen kleinen, etwa 50 km breiten Ausschnitt des "chaotischen Terrains" im Valles Marineris bei 5°N and 323°O. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version vom DLR.









Reull VallisDas Bild zeigt das Reull Vallis-Tal über eine Länge von 100 Kilometern. Die Mars-Wissenschaftler gehen davon aus, dass es einst durch fließendes Wasser geformt wurde. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version vom DLR.











Gipfel von Albor Tholus mit KraterDieses Bild wurde von der deutschen Stereokamera HRSC in Farbe und 3D am 19. Januar 2004 aufgenommen. Es zeigt eine perspektivische Sicht der Kraterspitze des Vulkans Albor Tholus in der Elysium Region. Der kesselartige Vulkankrater, die sog. Kaldera, hat einen Durchmesser von 30 Kilometer und eine Tiefe von drei Kilometer. Der Vulkan hat insgesamt einen Durchmesser von 160 Kilometer und eine Höhe von 4,5 Kilometer. Dies ist geologisch sehr interessant, da die Tiefe des Vulkankraters an die Höhe des Vulkans heranreicht, was auf der Erde ungewöhnlich ist. Links außen scheint ein "Staubfall" vom umgebenden Plateau in den Krater zu fließen. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version vom DLR.

Spirit Landeort im Gusev KraterDieses Bild zeigt in perspektivischer Ansicht einen Teil des Gusev Kraters. Dieser Krater mit einem Durchmesser von 160 km beheimatete wahrscheinlich einen See, gespeist durch einen Kanal, Ma'adim Vallis genannt; so zumindest eine Annahme. Der Mars Rover "Spirit" wird hier nach Spuren von Wasser und möglichen Sedimenten des Sees suchen. Der Rover landete exakt in der Mitte des gezeigten Bildes bei der Markierung. Die Sicht geht nach Süden zum Ma'adim Tal, dessen Eingang oben links zu sehen ist. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version.




Landeort von Spirit im Gusev KraterHier der Landeort von Spirit im Gusev Krater von Mars Express aus dem Orbit heraus aufgenommen. Norden ist oben, der Zufluß Ma'adim liegt im Süden. Klicken auf das Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht.











7 km hohe Abbruchkante am Westrand von Olympus MonsAbbruchkante der westlichen Basis von  Olympus Mons, aufgenommen aus einer Höhe von 266 Kilometern. Diese Abbruchkante erhebt sich fast 7 km über das Bodenniveau ! Das Bild ist aufgenommen mit der Hochauflösungskamera in einer Auflösung von 25 m pro Pixel und in eine perspektivische Darstellung auf Bodenhöhe umgerechnet. Klicken auf das Bild  liefert eine vergrößerte Version.

Westabbruch von Olympus Mons in 3DHier der gleiche Bereich wie oben in der Originalaufnahme in 3D, wie es die HRSC-Kamera von Mars Express ermöglicht. In Orbit 143 aus einer Höhe von 266 km aufgenommen zeigt diese Aufnahme mit einer rotgrün 3D-Brille die bis zu 7000 m hohe Abbruchkante an der westlichen Basis des größten Schildvulkans des Sonnensystems besonders eindrucksvoll. Norden ist links. Im oberen Bereich ist die westlich des Vulkans liegende Ebene namens 'Aureole' sichtbar. In dieser Ebene rund um den Vulkan herum lagern bis in eine Entfernung von 1000 km Schuttablagerungen und Geröllfelder um die Basis , die angeordnet sind wie Blumenblätter um eine Blume herum. Klicken auf das Bild  liefert eine vergrößerte Version.

Louros Tal im Valles MarinerisDieses Bild ist aufgenommen in Orbit 97 aus einer Höhe von 269 km mit einer Auflösung von 13m pro Pixel. Norden ist rechts. Es zeigt ein Gebiet bei 278.8°O and 8.3°S im Valles Marineris, das Louros Tal südlich des Ius Chasma Canyonsystems, das eine West/Ost Ausrichtung hat. Am nördlichen Ende liegen die Geryon-Berge. Die dunklen Ablagerungen im Ius Chasma sind möglicherweise Folgen der Erosion durch Wind und Wasser. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version.






















Louros Tal in 3DHier der gleiche Bereich wie im vorherigen Bild, allerdings in 3D. Mit einer rotgrün-Brille zeigen sich die tiefen Schluchten besonders eindrucksvoll. Klicken auf das Bild liefert eine vergrößerte Version.




gefrorener Packeissee ?Am 23. Februar 2005 nahm das Raumschiff bei seinem 32. Orbit in einer flachen Ebene von Elysium Planitia einen staubbedeckten gefrorenen (Packeis- ?) See in der Nähe des Marsäquators auf. Das Bild zeigt einen etwa 20 km großen Bereich bei 5 Grad Nord und 150 Grad Ost, d.h. einige hundert Kilometer südlich von Olympus Mons.






Sand und Eis am Mars-NordpolAsche und Eis am Mars NordpolBilder vom 25. Februar 2005 vom Nordpol des Mars. Sie zeigen etwa 2 km hohe mit einer dünnen Staubschicht bedeckte Wassereis-Schichten mit darin eingebetteten Schichten von dunklem Material und Dünen, bei denen es sich um vulkanische Asche handeln könnte. 




Vulkankegel am Mars NordpolVulkan am Mars NordpolWeitere Bilder vom 25. Februar 2005 vom Mars-Nordpol: sie zeigen sehr junge, teilweise bis zu 600 m hohe Vulkankegel, die (auf der geologischen Zeitskala) noch vor relativ kurzer Zeit aktiv gewesen sein könnten oder sogar heute noch aktiv sein könnten. 








"Spiegelei-Krater"Im Juli 2005 veröffentlichte die ESA ein bereits im Februar 2005 aufgenommenes Foto eines namenlosen Kraters in der Nähe des Mars-Nordpols. Klicken auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version, ein Übersichtsbild gibt es hier. Die Aufnahmen sind spektakulär: Denn die Eisfläche, die wie eine Pupille im Auge des Kraters liegt, besteht aus Wassereis in reiner Form. Gefrorenes Kohlendioxid, das sonst die Nordpolkappe und das Wassereis bedeckt, ist zu dieser Jahreszeit schon verdampft und in der Atmosphäre aufgelöst. Im Mars-Sommer können die Temperaturen auf dem roten Planeten bis zu 20 Grad Celsius erreichen und zur Aufnahmezeit im Februar 2005 herrschte marsianische Hochsommer auf der Nordhalbkugel des Planeten. Die Eisfläche liegt etwa 200 Meter über dem Kraterboden, wahrscheinlich auf einem Plateau. Das Eis selbst ist nur wenige Dezimeter dick: Unter dem Eis erhebt sich vermutlich ein großes Dünenfeld, von dem man die Randgebiete noch unter dem Eis oben links erkennen kann. Der Krater hat einen Durchmesser von 35 Kilometern, ist etwa 2 km tief und liegt in der nördlichen Tiefebene "Vastitas Borealis" bei 70.5°N und 103°O. Das reflektierende, weiße Wassereis setzt sich von dem roten Marsstaub deutlich ab. Es kann sich im Krater ganzjährig halten, da die Temperaturen nicht ausreichen, um es verdampfen zu lassen. Auch auf der Innenseite des Kraters befinden sich noch Reste von Wassereis.

Olympus Mons östliche AbbruchkanteOlympus Mons ÜbersichtsbildEin weiteres der spektakulären Fotos von Mars Express: die östliche Abbruchkante der Basis von Olympus Mons, des höchsten Vulkans im Sonnensystem. Veröffentlicht von der ESA am 03. März 2006 (Originalveröffentlichung siehe hier). Die Abbruchkante ist sechs Kilometer hoch, Klicken auf das linke Bild zeigt eine vergrößerte Ansicht, der Ortskontext ergibt sich aus dem Bild rechts.




Olympus Mons östliche Abbruchkante in 3DDer gleiche Ausschnitt wie im Bild vorher, aber in 3D-Ansicht. Mit einer rotgtün- oder rotblau-Brille hat man einen fantastischen Ausblick auf diese 6 km hohe Abbruchkante. Klicken auf das Bild zeigt eine vergrößerte Ansicht.







Deuteronilus MensaePerspektivischer Blick auf ein Eisfeld in Deuteronilus Mensae. Die Lage auf der Marsoberfläche ist 37.92º nördl. Breite and 24.61º östl. Länge. Hier ist irgendwann einmal Wasser aus dem oberen, höheren Bereich in den tiefer gelegenen vorgelagerten Krater geströmt.







"Uhrglaskrater" in Promethei TerraEin ähnliches Bild: in Promethei Terra, am östlichen Rand der Hellas Tiefebene bei 38º südl. Breite und 104º östl. Länge, liegt der "Uhrglasskrater". Aus den mehrere tausend Meter hohen Bergen im oberen Bereich des Bildes ist Wassereis in einen 9 km breiten Einschlagkrater geströmt und hat ihn fast bis zum Rand aufgefüllt. Dabei ist ein Teil des Eises in einen 500 m tiefer gelegenen, 17 km durchmessenden weiteren Krater geflossen. Die Höhenunterschiede sind besonders eindrucksvoll mit einer rot/blau-Brille (blau rechts) zu sehen.
 
 







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