MGS Kartierung

Ab der zweiten Märzwoche 1999, nach intensiven Kalibrierungen der Onbord-Kameras und Beendigung der Feinjustierung des Orbit, begann MGS mit seiner eigentlichen Aufgabe, der systematischen Erfassung der Marsoberfläche  bei einer Auflösung bis hin zu 1.5 m/Pixel. Die MGS Kameras waren aufgrund ihrer hohen Auflösung in der Lage, die Lücke zwischen orbitalen Aufnahmen, wie z.B. der Viking-Orbiter, und Aufnahmen vom Boden aus, wie z.B. von Mars Pathfinder, zu schließen.

Im Folgenden einige Beispiele aus dieser Phase.

Dünen in Nili Patera /Syrtis MajorHier sieht man eine Region von dunklen Sanddünen in der Region Nili Patera von Syrtis Mayor, der großen Syrte. Es zeigt eine Region von etwa 2.1 km im Quadrdat. Der Wind hat dabei den Sand über eine felsige Oberfläche beständig wehend von rechts oben nach links unten transportiert. Durch Klicken auf das Bild erhält man eine vergrößerte Ansicht. Die Originalveröffentlichung ist  hier.










Das Bild rechts zeigt den Krater Galle zu sehen, auch der 'Happy Face-Krater' genannt, wegen der im Inneren liegenden Felsformation, die wie ein Smiley-Gesicht aussieht. Durch Klicken auf das Bild erhält man eine vergrößerte Ansicht. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Region CerberusDas marsianische 'Monumental Valley' aufgenommen von Mars Global Surveyor am 3. Juni 1999 in der Elysium Ebene, etwa 300 km südlich der Region 'Cerberus' in der östlichen Hemisphäre des Mars. Ähnlich wie beim Gegenstück in Arizona und Utah haben sich diese Mesas gebildet, als das weichere Gestein um verwitterte und das härtere Gestein als Plateau übrig blieb. Im Norden sieht man Dünenlandschaften, die sich zwischen den Hochplateaus gebildet haben. Ein Klick auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version, die Originalveröffentlichung ist hier.

Mars, der Wüstenplanet, ist der Ort der großen, winderzeugten Sanddünen. Diese hier sind an ihrer Abbruchkante etwa 100m hoch ! Sie befinden sich am Boden eines alten, etwa 75 km durchmessenden Kraters nordöstlich von Syrtis Major, der Großen Syrte. Die Dünen haben sich von oben rechts nach unten links über den Boden dieses alten Kraters bewegt und ihn  teilweise zugedeckt. Der Kraterboden selbst besteht aus zerfurchten und 'verkraterten' Felsgestein. Die Spuren auf den  Dünen sind nicht etwa hervorgerufen von Marsianern, die mit kleinen Dünenbuggys auf ihnen herumgefahren sind, sondern sind entstanden durch kleine Windhosen oder Staubteufel, wie sie auch auf der Erde über trockenen Wüstenregionen vorkommen können. Das Bild zeigt eine etwa 2.6 km breite Region des Kraterbodens. Ein Klick auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Ein Bild von dynamischen Vorgängen auf dem Mars. Hier sieht man ein Stück des südliches Randes des 400 km durchmessenden Schiaparelli-Kraters nahe am Marsäquator. Einige, etwa 18m durchmessende Felsbrocken haben sich vom Rande der Abbruchkante des Kraters gelöst und sind in den Krater hineingerollt. Man sieht deutlich die Spuren dieses Vorgangs. Dieses etwa 2.2x4.4 km durchmessende Bild zeigt das erstemal Aktivitäten dieser Art auf dem  Mars. Man sieht außerdem, daß diese Felsbrocken schon lange am Kraterboden liegen, da um sie herum bereits etwas heller gefärbte Windverwehungen sichtbar sind. Ein Klick auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version, die Originalveröffentlichung ist hier.

Einbruchkrater bei Alba PateraEin Valentinsgruß vom Mars ! Dieses 2.3 km durchmessende herzförmige Gebiet ist ein Einruchkrater an der östlichen Kante des Alba Patera Vulkans in der Tharsisregion des Mars, der sich nach Einbrechen einer unter'marsianischen' Höhle gebildet hat. Klicken auf das Bild zeigt eine vergrößerte Version, die Originalveröffentlichung ist hier.

Arabia Terra KraterDiese Bild von Mars Global Surveyor aus dem April 2003 zeigt einen treppenförmig geschichteten Berg auf dem Boden eines Einschlagkraters im westlichen Arabia Terra bei 11.0°N und 4.4°W. Die Schichtstruktur deutet auf periodisch wiederkehrende Effekte hin, die zu zeitlich nah beieinander liegenden Ablagerungen über einen insgesamt größeren Zeitrahmen geführt haben. Eine Insel in einem See mit über einen großen Zeitraum stark veränderlichem Wasserspiegel könnte solche Effekte hervorrufen. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Ein synthetisches Bild des gesamten Mars, gefertigt aus einigen der Weitwinkelaufnahmen des MGS von Anfang März 1999. Es zeigt die Nordhalbkugel des Mars, auf der zur der Zeit Sommer war, mit der Nordpolkappe. Die roten und blauen Striche zeigen die Ränder der Originalaufnahmen. Im linken Bild sieht man dicke, blauweiße Nachmittagswolken aus Wassereis um die großen Schildvulkane der Tharsis-Gegend sowie über Lunae Planum in der Mitte und über der Chryse-Ebene in der rechten Mitte. Im rechten Bild sieht man einige wenige Wolken über der Arabia- Gegend in der linken Mitte sowie einige dickere Wolken über Syrtis Major, der dunkleren Region am rechten Rand. Dicke, winterliche Wolken sind über dem Hellas Einschlagbecken tief im Süden zu sehen. Durch Klicken auf das Bild erhält man eine phantastische Großáufnahme, die Originale sind hier.

Hier ein Bild von Mitte Mai 1999, das die Qualität der aufgenommenen Bilder verdeutlicht. Es wurden in einer ersten Kampagne die Marsoberfläche in Streifen aufgenommen, dabei nach einer Woche der bereits zuvor aufgenommenen Bereich leicht versetzt überflogen, was erstklassige Stereoaufnahmen ermöglichte. Sie kommen mit einer rotgrün-Brille echt gut und geben einen schönen dreidimensionalen Eindruck über die Höhenverhältnisse. Das Bild gehört zu einer dreidimensionalen Aufnahme der ersten geodätischen Meßkampagne des Mars Global Surveyor vom 14.05.99 aus der Region des Mare Thyrrenium bei 27.3°S, 227.0°W. Durch Klicken auf das Bild erhält man eine vergrößerte Ansicht. Der Krater im Zentrum hat einen Durchmesser von etwa 50 km, die Bildauflösung ist etwa 250m/Pixel. Man braucht eine rotgrün-Brille, um den dreidimensionalen Effekt zu erreichen. Die Originalveröffentlichung ist hier.




Olympica Fossae RegionDieses Bild von Mars Global Surveyor, aufgenommen im März 1999, zeigt einen Ausschnitt aus der Region 'Olympica Fossae', einer komplexen Ansammlung von Gräben, Tälern und Kanälen in der nördlichen Tharsis-Region in der Nähe des Vulkans Alba Patera. Es handelt sich um eine Felsklippe, etwa 400m hoch, auf der man irgendwann einmal eine phantastische Sicht auf den darunter vorbeifließenden Fluß gehabt haben muß. Der Boden des ehemaligen Flusses ist heutzutage mit Dünen und Sandverwehungen angefüllt. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Krater in Aeolis-RegionMars Global Surveyor ist in der Lage, mit seinen hochauflösenden Kameras Objekte bis hin zu Autos und kleinen Gebäuden aufzulösen. Nur schade, das es das auf dem Mars nicht gibt. Stattdessen kann man mit diesen Kameras sogar einzelne Steine und größere Felsbrocken fotografieren, wie dieses Bild aus den äquatorialen Hochländern des Mars anschaulich zeigt. Es stammt aus dem Inneren eines alten Einschlagkraters bei 6.5 °S, 218.8° W aus der Aeolis-Region. Die Breite dieses Bildes umfaßt einen Ausschnitt von 3 km. Man sieht felsige Abhänge sowie sandige, glatte Böden. Oben links und in der mittleren Region haben sich einige Felsen aus dem Abhang gelöst und sind teilweise die schiefe Ebene herabgerollt. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Krater in Arabia TerraDieses Bild aus der nördlichen Arabia Terra Region in den mittleren Breiten des Mars zeigt geologische Formationen auf dem Mars, die mit den heutigen Kenntnissen über den Mars nur schwer zu verstehen sind und die weitere, intensive Studien zur Klärung erfordern. Es ist vom April 1998 und zeigt konzentrische und radiale Strukturen auf dem Kraterboden, die darauf hindeuten, daß möglicherweise Material langsam über verschiedene Perioden hinweg in den Krater geflossen sein kann. Auch hier muß Wasser eine Rolle gespielt haben. Die Originalveröffentlichung ist hier.

Tauwetter am Mars SüdpolDieses Bild  ist auch nicht übel. Was auf den ersten Blick wie eine Buschlandschaft mit kleinen Bäumen und niederen Pflanzenwuchs auf dem Mars aussieht, ist natürlich in Wirklichkeit etwas ganz anderes. Dieses vom Juli 1999 stammende Bild von Mars Global Surveyor, aufgenommen in der Südpolregion des Mars, zeigt die helle, mit Schnee und Trockeneis überzogene polare Planetenoberfläche zu Beginn des Marsfrühlings auf der südlichen Hemisphäre, der exakt am 02. August 1999 begonnen hatte. Der Schnee und besonders das gefrorene Kohlendioxid (Trockeneis) schmilzt nicht durch die nun wieder vermehrt einsetzende Sonnenstrahlung in dieser Region und wird flüssig, sondern sublimiert aus dem festen gleich in den gasförmigen Zustand ab. Dies ist vor allem bedingt durch die nur sehr dünne Marsatmosphäre, bei der unter diesen physikalischen Bedingungen kein flüssiges Wasser existieren kann. Die dunklen Gebiete sind die durch das Eis sichtbar gewordenen sandigen Bodenregionen, meist Sanddünen, die im weiteren Fortschritt des Frühlings komplett freigelegt werden und schließlich im Sommer völlig eisfrei sind. Das Eis über den direkt dem Sonnenlicht ausgesetzten Regionen der Dünen sublimiert dabei als erstes ab, die tieferliegenden Regionen folgen später. Alles in allem aus dem Orbit heraus auf den ersten Blick vom Aussehen aus durchaus mit Buschland auf der Erde vergleichbar. Die Originalveröffentlichung ist hier.

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